BERLIN, 14. April. Diese Nachricht ließ sie hellhörig werden, unten im Sächsischen. Da wollen die Hamburg Crocodiles die Lizenz der Star Bulls Rosenheim kaufen und kommende Saison in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) einsteigen. Wieder ein Neuling in der Eliteliga - ein Ziel, das auch der ESC Dresden anstrebt. "Wenn wir das wie Hamburg bezahlen könnten, würden wir es auch tun. Zunächst aber gehen wir davon aus, den Aufstieg sportlich zu schaffen. Aber sollte es die Möglichkeit geben, diesen Weg zu verkürzen, warum nicht?", verkündet Albrecht Wolters, der Geschäftsführer der ESC Dresdner Eislöwen GmbH, seine Ambitionen. Den Segen von DEL-Chef Bernd Schäfer III besitzen die Dresdner. Der Kölner Rechtsanwalt verkündet seit zwei Jahren, dass er mit der Liga in die Großstädte will. Eben jenes Hamburg und Dresden als zweiten Standort in den neuen Bundesländern (neben Berlin-Hohenschönhausen) favorisiert Schäfer. Unter einer Voraussetzung: Entsprechende Hallen sollen gebaut werden. Nach sportlichen Gesichtspunkten müssten die Eislöwen zumindest noch zwei Jahre die DEL-Abstinenz ertragen. Rang acht in der Oberliga Nord erreichten sie in dieser Saison, dann setzte erwartungsgemäß der EV Duisburg in der ersten Play-off-Runde das Stoppzeichen Richtung 2. Bundesliga.Wolters ist sich sicher: "Nächstes Jahr schaffen wir den Aufstieg." Die Eislöwen rüsten auf für dieses Vorhaben. Die Spielergehälter werden von 1,3 auf zwei Millionen Mark aufgestockt, mit dem Tschechen Rudolf Sindelar ist ein neuer Trainer verpflichtet, der Kader um den ehemaligen Berliner Nationalspieler Guido Hiller füllt sich mit Spielern aus Weißwasser und der Tschechischen Republik. Zum Nachbarland existieren die guten Beziehungen, seit die Dresdner kurz nach der Wende keine Aufnahme in deutsche Spielstrukturen fanden und deshalb eine sächsisch-böhmische Liga aufmachten. "Es gibt ein Riesenreservoir an gut ausgebildeten tschechischen Spielern im Umkreis von hundert Kilometern", sagt Wolters, der genügend DEL-taugliche Akteure direkt vor der Haustür sieht. Doch all diese sportlichen DEL-Ambitionen wären nichtig, müsste Dresden weiter im maroden Eisstadion mit seinen knapp 3 000 Plätzen spielen. Eine neue Arena muss her, und es deutet sich an, dass sie bis nächstes Jahr fertig ist. Am Donnerstag sind die Bauunterlagen abgegeben worden. "Wenn es wie geplant läuft, ist Ende November Baubeginn, und im September 2001 findet das erste Spiel statt", hofft Ralf Rau, der Investitionsplaner.Die Arena Dresden entsteht im traditionsreichen Ostragehege, unmittelbar neben dem Stadion des Fußball-Regionalligisten Dresdner SC. Eine Multifunktionshalle mit permanentem Eis, ausgelegt für rund 9 000 Zuschauer. Rau kann sich dabei der Unterstützung bis in die höchsten politischen Gremien des Freistaates sicher sein, gab doch selbst Ministerpräsident Kurt Biedenkopf seine Zustimmung für das Prestigeobjekt im Zentrum seiner Landeshauptstadt. Die Stadt Dresden bringt zwar keine finanziellen Mittel ein, stellt jedoch das Grundstück unentgeltlich zur Verfügung. Die 40 Millionen Mark Baukosten will Rau durch Eigenkapital örtlicher Unternehmen und Förderkredite aufbringen. Auch ein zukünftiger Betreiber, der die Halle langfristig zu vernünftigen Preisen an die Dresdner Eislöwen vermieten soll, steht bereit: Die Ogden-Gruppe, die unter anderem die großen Hallen in Oberhausen und Manchester führt. "Dresden wird spätestens in zwei Jahren zur Eishockey-Metropole", glaubt Rau.PLANUNGSGRUPPE SCHRÖDER, SCHULTE-LANDBECK, STROTHMANN Die neue Arena Dresden, ausgelegt für 9 000 Zuschauer