MITTE. Die runden Glastüren schließen sich. Stille. Nur ein kleiner Ruck und der Panoramalift steigt in die Höhe. Das Licht geht aus. Und als der Lift in die Unterwasserwelt eintaucht, drücken sich die Kinder der Klasse 4 b aus der Steglitzer Schule am Bäke an den Scheiben die Nasen platt. "Oh, da ist ja ein voll schöner Fisch", sagt Marek Schudoma (10). Andere fragen: Wo ist denn Nemo? Den orange-weiß gestreiften Fisch aus dem Film "Findet Nemo" können die Kinder allerdings nicht finden. Denn Clownfische gibt es in dem 14 Meter hohen Aquadom nicht. Dafür aber 2 600 andere aus der Karibik, aus dem Mittelmeer und dem Pazifik - schwarzweiß gestreifte Wimpelfische, bunte Lippfische, farbenprächtige Kaiserfische.Der zylinderförmige Aquadom steht zwar in der Hotelhalle des neuen Radisson SAS Hotels, er gehört aber zum Sea Life Centre, das heute um 10 Uhr eröffnet wird. Rund eine Million Liter Meerwasser sind in dem Riesenaquarium. "Von unten sieht es blau aus, aber wenn man hier durchguckt, ist es weiß", sagt die neunjährige Justine Linse. Langsam schiebt sich der Fahrstuhl nach oben, vorbei an braunen Felsen und einer künstlichen Korallenlandschaft, die etwas kärglich wirkt. Die Schüler achten nicht darauf. Sie finden die Taucher viel spannender, die in dem 25 Grad warmen Wasser herumpaddeln und den tropischen Fischen Futter hinhalten. Die nur wenige Zentimeter großen Tiere stürzen sich darauf und reißen ein Stück Tintenfisch los, um sogleich wieder kehrt zu machen und zu verschwinden. Einigen gelingt es sogar, sich hinter Korallen zu verstecken. Für einen staunenden Jungen steht schon fest: "Ich werde auch Taucher." Während die Taucher von den Fischen umschwärmt werden, steigt der Lift höher und passiert dabei ödere Abschnitte: Etwas wenig Fisch für viel Wasser. Radisson-Manager Werner Knechtli findet den Aquadom "extrem überraschend" und "ganz doll gelöst". Er freut sich, dass viele Hotelgäste aus ihren Zimmern auf den Berliner Dom sehen können, nicht weniger reizvoll sei aber der Blick nach innen auf den Aquadom. Ob die Hotelgäste künftig kostenlos durch das Riesenaquarium fahren können, vermag Knechtli noch nicht zu sagen. "Wir lassen das Sea Life Centre erst mal eröffnen, dann werden wir auch eine Lösung für unsere Gäste finden."Gut fünf Minuten dauert die Panoramafahrt durch das Fischbecken. Oben muss man den gläsernen Lift verlassen und läuft über eine Brücke zu einem ganz gewöhnlichen Aufzug, der einen wieder nach unten bringt. - Willkommen zurück im Alltag.Hotel, Büros, Fische // Das Dom Aquarée: Die Deutsche Immobilien Fonds AG (Difa) errichtet an der Karl-Liebknecht-Straße zwischen Spree und Spandauer Straße das Dom Aquarée. Kosten: knapp 500 Millionen Euro. Es entstehen ein Hotel, Büros und Wohnungen. Eröffnung soll im Frühjahr 2004 sein.Das Hotel: Das Vier-Sterne-Hotel, das am 1. März öffnen soll, wird von der Radisson SAS Gruppe betrieben. Es hat 427 Zimmer, Suiten und eine Präsidentensuite. Im Dachgeschoss gibt es einen 400 Quadratmeter großen Wellnessbereich. In der Hotelhalle steht ein 14 Meter hohes Aquarium - der so genannte Aquadom.Wohnungen und Büros: An der Spreeseite werden in einem Gebäude 78 Appartements errichtet. An der Karl-Liebknecht-Straße entsteht ein Bürohaus mit 19 500 Quadratmeter Fläche.Das Riesenaquarium: Der Aquadom ist das weltweit größte Aquarium. Der Bau des Zylinders hat rund 12,8 Millionen Euro gekostet. Das Becken besteht aus Acrylglas, das bis zu 20 Zentimeter dick ist. Der Aquadom gehört zum Sea Life Berlin. Wer nicht mit dem Panoramalift fahren, sondern das Becken nur von außen besichtigen will, muss bis zur Hoteleröffnung warten.Das Sea Life Berlin: Auf rund 1 800 Quadratmetern Fläche betreibt die Merlin Entertainments Group das Sea Life Berlin. Die Unterwasserwelt mit mehr als 30 Becken wurde für rund 12,2 Millionen Euro im Erdgeschoss des Bürohauses eingerichtet. In dem Sea Life ist der Weg der Spree von der Quelle, über Spreewald, Wannsee, Elbe Nordsee bis in den Atlantik dargestellt. Abschluss des Besuchs ist eine fünfminütige Fahrt mit einem Panoramalift durch den Aquadom.Die Fischwelt: In den Aquarien wird es mehr als 3 000 Süß- und Salzwasserfische von rund 60 Arten geben. Attraktionen sind Haie und Rochen, Meeraale, aber auch Seepferdchen. Im Aquadom können 2 600 karibische Fische in fast 100 verschiedenen Arten betrachtet werden.Die Öffnungszeiten des Sea Life: Der Eingang zum Sea Life Berlin ist an der Spandauer Straße 3. Es hat täglich außer am Heiligabend 10-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt inkl. Liftfahrt kostet für Erwachsene 13,50 Euro, für Kinder 10 Euro. Es gibt Ermäßigungen für Schüler und Rentner sowie Familien und Gruppen ab 15 Personen. Eine Familie mit zwei Kindern muss zum Beispiel 41 Euro zahlen. Info-Hotline: 99 28 00.BERLINER ZEITUNG/RITA BÖTTCHER Grafik Sea Life Berlin / Riesenaquarium Aquadom im Radisson SAS Hotel.