Im Profil: J. Augner, Bundessprecher: Traumberuf Lehrer

Nein, eine politische Karriere plant er nicht. Der Traumberul des 22Jährigen Jens Augner: Lehrer. "Die Praktika in der Grundschule und dem Gymnasium waren schon große Klasse", schwärmt der Berliner Student, der neben der 1 7J~hrigen Birgit Spohn aus Bremerhaven Bundessprecher des neugegründeten Grün-Alternativen Jugendbündnisses ist. Gestern stellten sich die Vertreter dieser neuen Organisation, die ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus und für mehr Solidarität setzen wollen, nochmals in Berlin vor.An seine eigene Politisierung kann sich Jens Augner gut erinnern: "Der Wendepunkt war eine Gedenketättenfahrt nach Auschwitz, Das war eine einschneidende Erfahrung. Wozu Menschen alles fähig sind ..." Im Humboldt-Gymnasium in Tegel engagierte er sich dann in der Schülervertretung, organisierte als 1 7jähriger selbst Fahrten nach Auschwitz oder Theresienstadt. 1989 -- nach der Wahl des rot-grünen Senats -- trat der schmächtige junge Mann in die Grünen-Partei ein. "Da hatte Berlin eine Perspektive." Und Jens Augner mischte mit, organisierte den Grünen Jugendverband Berlin, lud zu Seminaren und Diskussionen, bereitete mit anderen Jugendlichen die Gründung des bundesweiten Grün-Alternativen Bündnisses vor. "Jetzt ist es geschafft", freut sich der Pädagogik-Student.Das Grün-Alternative Jugendbündnis steht zwar der Partei Bündnis 90/ Grüne nahe, will aber keine parteielgene Jugendorganisation werden. "Mir ist auch nur wichtig, daß sich die Jugendlichen Gedanken machen und dann politisch engagieren. Egal wo", beschreibt Jens Augner sein Ziel. Er selbst verliert seinen Traumberuf nicht aus den Augen, auch wenn er derzeit selten an der Technischen Universität gesehen wird. "Aber im April mache ich meine Zwischenprüfung", kündigt der gebürtige Relnickendorfer an. Ein Langzeitstudent werde er trotz der politischen Arbeit nicht, zwölf Semester müssen reichen. Dann will Jens Augner den Schülern Latein und Deutsch beibringen.Und vielleicht wieder mehr Zelt zum Lesen oder für Konzert-Besuche haben. Gegenwärtig sehen ihn seine Eltern In Reinikkendort kaum, zu oft ist ihr Sohn für die politischen Ziele auf Achse. Oder in der Sauna: "Das gönne ich mir zur Entspannung. Einmal in der Woche.