Wenn alles so läuft, wie Uwe Glien sich das vorstellt, wird das Haus am Kudamm 26 im kommenden Jahr wieder Mieter haben. Das Gebäude, in dem bis 2000 die "Filmbühne Wien" untergebracht war, soll umgebaut und saniert werden. "Etwas ganz Besonderes", sagt Kaufmann Uwe Glien, solle daraus werden. Was das ist, will er noch nicht sagen. 1998 hatte Uwe Glien das alte Gebäude von der Ufa gekauft. Wenig später hatte die Kino-Betreiberin verkündet, die "Filmbühne Wien" nur bis Ende 2000 betreiben zu wollen. Die Zahl der Zuschauer war jedoch so stark zurückgegangen, dass das Aus für das Kino bereits Ende April 2000 kam. Mittlerweile steht fast das gesamte dreistöckige Gebäude leer: Vor zwei Monaten hatte die Gaststätte "Aschinger" Konkurs angemeldet, auch die Filiale des Bekleidungsunternehmens Esprit ist weg. Nur ein Schnäppchen-Mark residiert noch dort. Aber nicht mehr lange, wie Haus-Besitzer Uwe Glien versichert. "Sobald wir anfangen zu bauen, müssen sie raus." Obwohl der Mietvertrag mit dem Schnäppchenmarkt schon Ende Februar auslaufe, könne das Geschäft vorerst im Haus bleiben. "Wenn ein Gebäude leer steht, ist das nämlich auch nicht gut", sagt Glien. Noch im Sommer, so hofft er, werde der Umbau des denkmalgeschützten Hauses beginnen. Keine WohnungenWer neuer Mieter im dreistöckigen Gebäude wird, ist noch unklar. Genau aus diesem Grund will sich Glien auch nicht zu den Umbauplänen äußern. "Die hängen von den neuen Nutzern des Hauses ab. Und die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen." Allerdings lägen ihm "sehr, sehr interessante Konzepte" vor. Und ginge es nach ihm, sollte der Kudamm 26 "eine Bereicherung für ganz Berlin werden und nicht nur für die West-City". Ganz sicher aber werde es weder Wohnungen noch ein Kino im Gebäude geben. Bevor mit dem Bauarbeiten an dem denkmalgeschützten Haus begonnen werden kann, steht Glien jedoch noch der Gang durch die Ämter bevor. "Den Bauantrag werden wir demnächst stellen", sagt der Geschäftsmann. Die Bauarbeiten am Gebäude sollen etwa ein Jahr dauern. (cls.)Vier Namen // Das Kino "Filmbühne Wien" am Kurfürstendamm 26 wurde am 3. Oktober 1913 unter dem Namen "Union-Palast" eröffnet. Der Kinosaal im dreigeschossigen Gebäude bot 850 Personen Platz.Im Jahr 1924 übernahm die Ufa das Kino und benannte es in "Ufa-Palast" um. Später erhielt das Haus den Namen Ufa-Theater.Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es in "Filmbühne Wien" umbenannt. Zwischen 1979 und 1983 wurde das Kino um sieben kleine Säle erweitert.Die letzte Vorführung fand Ende April 2000 statt. Derzeit ist im Gebäude ein Schnäppchenmarkt untergebracht.JOACHIM FIEGUTH Nach 87 Jahren machte die Filmbühne Wien dicht.