In seinem neuen Buch "Blow Up" erzählt der journalistische Lügenbaron, wie alles anfing. Ein Treffen in Kreuzberg: Die Welt von Tom Kummer

Er ist braungebrannt. Nach dem Duschen trägt er Chanel-Lotion mit Sonnenschutzfaktor 68 auf und scannt seine Haut auf verdächtige Sommersprossen. Täglich schlägt er in der Gluthitze von Los Angeles seinen Partnern gelbe Bälle zu. Plop plop. Er ist "Paddle-Tennis"-Trainer, eine Art Minisquash, in einem Promi-Club in Santa Monica. Damit ernährt er seine Kleinfamilie. Eine ziemliche Fallhöhe vom Hollywood-Journalisten. Im Mai 2000 hatte der Focus aufgedeckt, dass seine "poppenden" Star-Interviews getürkt waren. Unter dem Schlagwort "Borderline-Journalismus" wurde der Fall Kummer einer der größten Medienskandale der jüngsten Zeit. Seine Karriere war vorbei."Das überlebe ich nicht", dachte Kummer damals. Hat er aber. Jetzt hat er ein Buch geschrieben, in dem er mit der Vergangenheit aufräumen will. Die wahre Geschichte, so wie sie Tom Kummer sieht. "Blow up", aufblasen, aufgeblasen, heißt es. Es handelt von einem verträumten Angeber, der zum Großkotzjournalisten und Hochstapler wird. Ist das jetzt Fiktion? Belletristik ist es nicht. Es handelt von Kummers kümmerlicher Kindheit in Bern, und davon, wie sich der kleine Tom gern Geschichten aus Büchern ausborgte, zusammensampelte und als seine eigenen verkaufte.Wenn Journalisten über den Fall Kummer schreiben, schreiben sie ohnehin über sich selbst, schrieb Kummers ehemaliger Weggefährte Claudius Seidl in der FAZ im März. Also gut: Ich gebe zu, dass auch ich sofort von Kummers treuherzigen Charme eingewickelt bin, dem leicht hinterwäldlerischen schweizer Dialekt erliege, ihn duze wie einen alten Vertrauten und ihm alles glaube. Deshalb lasse ich hier das journalistische Objektivierungsgeschnaksel weg, kein "angeblich", "behauptet er", "schreibt er". Ich glaube ihm die Nacht mit der anarchistischen Videofee Pippilotti Rist im Hilton und die Affaire mit Kiki Smith, die an seine "kriminelle Energie" appelliert. Namedropping gehört zum Geschäft.In seinen Erinnerungen inszeniert sich der gefallene Überflieger ein wenig als verletzte Seele, Lonesome Rider und Opfer der gierigen Medien, die ihm seine Texte aus der Hand rissen. Um diese Selbstvergewisserung in Buchform vorzustellen, kam Kummer zur Leipziger Messe und nach Berlin. Zur Gaudi des Publikums wurden da zunächst Passagen aus seinen Fake-Interviews vorgetragen. "Behaarte Beine sind Natur, Rasierklingen sind Kunst", ließ Kummer Ivana Trump in seinem letzten, 1999, in der SZ gedruckten Interview sagen. Die Gäste im Berliner Münzsalon lachen sich kringelig. Sie sind jünger als Kummer, Typ: Kreative aus Mitte, "Nutella-Kinder". Nicht der wilde Blödsinn der Trump-Sätze, nicht die damals coole Verklärung der Trivialkultur, sondern die Groteske, dass Kummer damit durchkam, macht heute seinen Kultstatus aus.In nachhinein ist es schon sehr komisch, dass angesehene Magazine von Spiegel, Zeit, Süddeutsche, der Times von London bis New York solchen Dadaismus druckten, ohne an seinem Wahrheitsgehalt zu zweifeln. Fand das niemand zu irre, dass der Macho Charles Bronson sich seitenlang über Topfpflanzen und Gartenbau auslässt?Andy Warhols ErbeFür Kummer ist klar, dass "die Jungs" in den Redaktionen Bescheid wussten. Konnte dem Warhol-Spezialisten Ulf Poschardt entgehen, dass Trump in Wahrhol-Zitaten spricht? (Poschardt musste wegen Kummer den Chefposten des SZ-Magazins räumen.) "Guck mal", sagt Kummer und zieht jenes Magazin wie eine Trophäe aus einer abgegriffenen Klarsichtfolie. Der Titel ist aufgemacht wie ein Suhrkampbuch: "Es gibt eine unterirdische Ökonomie der Psyche" steht über einem Foto der Milliardärshausfrau Trump. Spricht das nicht für sich? "Darum ging es doch, das Wahrheitsmonopol zu durchlöchern."Aber zur Enttäuschung einiger Altlinker und des Clubbetreibers, dessen Visitenkarte ihn als "Chiefcurator" ausgibt, markiert Kummer nicht den smarten Medienterroristen. "Ich bin eigentlich scheu", sagt er später in einem Café am Görlitzer Bahnhof und lächelt dazu scheu.Auf den hinteren Sitzwürfeln im Münzsalon hocken ein paar ältere Zeitgenossen. Einer davon ist ter Hell. Mit ihm begann eine der ersten Verwandlungen des Tom Kummer. Er war zwanzig, als er 1983 nach West-Berlin kam. Da hatte ter Hell gerade einen mit 75 000 Mark dotierten Kunstpreis gewonnen. Auf seinem Videos "Mauerbrand" sieht man Tom als kahl geschorenen Punk mit Springerstiefeln, wie er Benzin auf ein Graffitiherz an der Mauer schüttet und mit den Flammen tanzt. Performance-Kunst hieß das. Als er sein Zuhause verlässt, sagt die Mutter, er würde vor der Realität fliehen. "Implosion des Realen" betitelte der Spiegel 20 Jahre später seine Kummer-Story.Kummer wohnt in einer Fabriketage in der Admiralstraße, hinterm Künstlerhaus, dem teilweise besetzten Bethanien. Der Konzeptkünstler Raimund Kummer vom "Büro Berlin" hatte es ihm während seines New York Aufenthalts überlassen. Wie alle "Neuen Wilden" in Köln und Berlin malt ter Hell riesenformatig. In knallroten Buchstaben explodiert das Wort "ich" auf einer weißen Leinwand. In seinem postexpressionistischem Gestus trifft ter Hell damit den zeitgenössischen Narzissmus auf den Punkt.Es ist die Zeit der Selbstdarsteller, der fiktiven Biografien, der schönen Verlierer und existenzialistischen Helden. Die Kreuzberger Galerie Zwinger zeigt eine Ausstellung der erfundenen Künstlerin Susi Pop. Kippenberger ließ seine Bilder gleich von einem Schildermaler malen ("Lieber Maler male mir"). Transvestiten waren schick. Nan Goldin (die auch Kummer fotografierte) inszenierte sie als Heroinen und glitt selbst in Drogensucht. Die Grenze vom Künstler zum "stellvertretenden Leidenden" (Susan Sontag) verwischte sich. Im "Exil" am Paul-Linke-Ufer hatten die Wiener Aktionisten einen Außenposten eingerichtet, in ihrer österreichischen Hippiekommune exerzierten sie Orgien-Mysterien-Theater. Beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt hatte sich Rainald Goetz vor laufender Fernsehkamera die Stirn aufgeritzt. Selbstverletzung, Selbstentgrenzung, Identitätswechsel waren ästhetische Strategie. Im Risiko, dem Ex und Pop in der Yorkstraße und im Kumpelnest 3 000 an der Potse konnte man Nick Cave und David Bowie begegnen. Von Nick Cave besitzt Kummer eine signierte Serviette, von Kippenberger "einen frühen". In Kreuzberg gaben die "genialen Dilletanten" mit Wolfgang Müller und der "tödlichen Doris" dadaistische Vorstellungen.Die genialen Dilletanten"Das war meine Ausbildung", sagt Kummer. "Ich hab zugehört, hab deren Stil inhaliert, wie die ihr Ding aufgezogen haben. Konzept, Choreografie der Wirklichkeit, Performance, das lag in der Luft. Postmoderne Theorien schwappten herum, es gab einem das Gefühl, dass man auf einer Welle ritt, die Erneuerung zum Ziel hatte. Die RAF gab's nicht mehr, die explosive Stimmung wechselte in eine künstliche." Kummer zog in die Karl-Marx-Straße, schrieb das Tagebuch eines RAF-Aussteigers und schickte das 180 Seiten dicke Manuskript an den Spiegel. "Als der Spiegel den Aussteiger fotografieren wollte, hatte der immer gerade Durchfall", strickt ein Fan die Mär des Fake-Journalismus fort. "Davon weiß ich nichts mehr", sagt Kummer. Er habe dem Redakteur offenbart, dass es sich um eine Fiktion handelte. "Ich wusste nicht, wohin das führt. Das zeigt meine Verwirrung. Das ist doch normal für jemand der keine Ausbildung hat und nicht von den Eltern auf einen Lebensweg geschickt wurde."Beim Merve-Verlag erschienen zu dieser Zeit Bücher von Westbam, Blixa Bargeld und den Einstürzenden Neubauten. Dazu die neuen französischen Philosophen, in denen die Simulation der Wirklichkeit als theoretische "Kunst des Handelns" verhandelt wurde. Kaum einer hatte Baudrillards "Agonie des Realen" (1978) oder Virilios "Sehmaschine" (1989) wirklich gelesen, aber das "wilde Denken" begriff man auch so. 1987 inszeniert sich Berlin mit einer 750-Jahrfeier, am 1. Mai brennt Bolle ab - heute wird da eine Moschee gebaut. Durch diese zeitgeistige Gemengelage taumelt Tom Kummer, er bewegt sich am Rand der Szene, die sich als düster-glitzernder Rand inszeniert.In Hamburg wird 1986 Tempo gegründet und der Highway vom Zeitgeist zum Mainstream planiert. 1988 wird Kummer von Markus Peichl zu Tempo eingeladen. Aus dem Berner "Winzling, dem Normalo, dem gescheiterten Tennisprofi", wird ein Popjournalist. Schon sein erster Auftrag für Tempo, das Porträt eines schweizer Skifahrers, zeigt seinen Hang zum Extremen. Um sich in den Rennfahrer hineinzuversetzen, rast Kummer erst mal "mit 95 Sachen" die Piste herunter - und wird des Pressezentrums verwiesen. "Das war meine Erweiterung der Recherchemethoden. Der blasse schweizer Alpenkönig, der nichts zu sagen hat, wird zu einem interessanten Menschen, weil Tom Kummer drin steckt."Kummer zweifelt nicht an sich, er hat alles gegeben. Bei allem Respekt für die "Armada von Authentizitisten", die sich dann so von ihm verraten fühlte, glaubt er weiterhin an die Legitimität seiner subjektiven Methode. Und Arbeit war das auch. Man muss durch viel Stoff, um sich so in eine Kunstfigur hineinzuversetzen, bevor man ihr eine glaubwürdige Seele einhauchen kann. "Die Fälschung unterscheidet sich vom Original dadurch, dass sie echter aussieht", schrieb Martin Walser, Bloch zitierend, über den Fall Kummer 2002 im Merkur.Die Wahrheit des GefühlsFür eine Story über die Isolationshaft der RAF in Stammheim lässt Kummer sich eine Woche lang in den Keller der Tempo-Redaktion einschließen. Der Existenzialismus solcher Selbsterfahrung ist ihm Voraussetzung, um die Welt zu verstehen. Das eigene Gefühl wird zum Gradmesser für Authentizität. "Für das Echte gibt es keinen Ersatz" lautete damals ein Werbeslogan. Inzwischen heißt es New Journalism, wenn sich der Autor als Beobachter einbringt. Wo die ganze Wirklichkeit eine Mediensimulation ist, ist der medienwirksame Verkauf eigener Wirklichkeiten angebracht. Ein Freund Kummers schrieb eine Dissertation über Disney und brachte ihm amerikanische Vanity Fair Ausgaben mit. "Disney war ein Genie. Die Leute wollten träumen, Disney inszenierte den Traum. Die Welt will betrogen sein."Unter dem Titel "Liebe Dein Symptom wie Dich selbst" veröffentlicht Slavoj Zizek 1991 im Merve Verlag seine Filmanalysen, unter anderem über Antonionis "Blow Up". Vom Ausstellungsmacher Achille Bonita Oliva erscheint dort 1992 "Eingebildete Dialoge". 1993 zieht Kummer nach Los Angeles. Von seinem Zweieinhalb-Zimmer-Apartment im siebten Stock in Koreatown, in dem er bis heute mit Frau und zwei kleinen Kindern lebt, kann er Hollywood sehen. Dieses Zwielicht von Filmscheinwerfern und Sonne, die sich in Smog und Meersalz bricht, dient nicht seiner Bodenhaftung. Kummer hebt ab. Bei Zeitlupenfahrten in der Rushhour von LA "erdachte ich die schönsten Dialoge".Das erste Star-Interview dort führt Kummer mit Pamela Anderson. Er traf sie für 20 Minuten im Pulk mit anderen Journalisten. Kummer liefert 20 Seiten ab, in denen er Pams Brüste spürt ("Sie sind echt!") und sie über Schönheitsoperationen und die Entgrenzung des Körpers plaudert. "Wenn Pam wie Barthes oder wie Baudrillard klingt, dann muss ich doch annehmen, dass die (Redakteure) nicht nachfragen wollten. So ging das 15 mal weiter."Kummer schwebt in seiner Traumwelt. Wenn nicht im Stillstand der Highways, dann am "Tisch der Träume" hat er sich seine Stars erschaffen. Seine Honorare sind glamourös. Kummers Interviews sind Fälschungen der Fälschung. "Kunst ist, wenn du damit durchkommst" hätte Warhol dazu gesagt. Der "Flow" des Erfolgs kompensiert den zunehmenden Realitätsverlust. Kummers Interviews werden immer verrückter. Bald tut er sich nicht mehr die Demütigung an, ein Gruppen-Interview zu besuchen. Whitney Houston soll die Antworten sogar über Headset von ihrem Öffentlichkeitsreferenten diktiert bekommen haben. Kummer legt den Trash-Heldinnen Hollywoods stattdessen "Elementarteilchen von Weisheit" zwischen die aufgespritzten Lippen.Aus Courtney Love, Ex-Groupie und Witwe Kurt Cobains, spricht eine verletzte Seele, Mike Tyson in Fassbinderzitaten aus "Katzelmacher". Brad Pitt sinniert über ägyptische Gnostiker, Tom Hanks über Feng Shui. Kummer verbessert die Kunstfiguren Hollywoods, indem er ihnen seine eigenen Gefühle und Gedanken, eine Seele einzuhaucht. Ein paar Tricks liefert dem Ideensampler dabei wieder das altbewährte Bücherregal. Kierkegaards "Tagebuch des Verführers" hilft beim intellektuellen Blow Up von Sharon Stone, Borroughs passt zu Johnny Depp, Luis Trenker zu Tarantino und Dennis Johnson irgendwie zu Winona Rider.Für Kummer sind die Stars die Botenstoffe seiner "tieferen Wahrheit". Er benutzt sie als Hülse seiner eigenen Message. "Es geht doch gar nicht mehr darum, wer Tom Cruise ist. Es hat mehr damit zu tun, dass die Welt einem zuhört, wenn man Stars reden lässt. Ich wollte Sachen sagen, die ich wichtig fand." Die Täuschung ist ihm ein praktisches Mittel, um die Leute zu verwirren. Schriebe man Satire drüber, würde die Botschaft nicht ernst genommen, sie wäre verfehlt. Der Fake gelingt nur, solange er nicht auffliegt.Das System HollywoodSeitdem er in Amerika lebe, schreibt Alexander Osang 2004 in der Berliner Zeitung, bringe er Verständnis für die Recherchemethoden des "Reporters des Satans" auf. Da hatte Tom Kummer gerade seine "zweite Chance" vermasselt. Er hatte der Berliner Zeitung seine Geschichte über "Car-Künstler" angedreht, die fast identisch bereits 1998 in der Süddeutschen gestanden hatte. Kummer nennt den Aufguss einen "Remix". Er hat weder Schuldgefühl noch Selbstzweifel: Die Geschichte sei halt einfach gut gewesen. Und wieso sollten die Figuren altern? "Es gab sie doch nie." Kummer hat kein Unrechtsbewusstsein. Er habe Fehler gemacht, ja. Aber nicht die Vortäuschung seiner illustren Hollywoodkontakte, die ihn scheinbar so intim mit den Stars plaudern ließ, sondern dass er sich die Interviews nicht von den Agenten der Stars autorisieren ließ. Die seien ohnehin nur an der PR interessiert, dass das Foto auf den Titel kommt und der neue Film damit ins Gerede. Sharon Stone hätte sich bestimmt gefreut darüber, wie klug sie bei ihm wirkt.Was soll daran kriminell sein, den Fabrikationen der Fiktion ein Herz und ein wenig Verstand zu verleihen? Kummer ist unschuldig im ursprünglichen Sinn des Wortes "naiv". Und gleichzeitig zitiert er Roland Barthes, demzufolge es subversiver sei, die Codes zu entstellen statt sie zu zerstören "Medien konstruieren Wirklichkeit, das ist mittlerweile anerkannt. Können wir mit mehr Objektivität oder mehr Subjektivität dagegen halten?" Für Kummer müssten "beide Schulen parallel laufen." Diedrich Diederichsen 2003 in "Jungle World": "Der Glaube, dass irgendjemand wirklich so redet wie in einem von sieben Faktenprüfern gecheckten Spiegel-Interview verdient es immer wieder, nachhaltig erschüttert zu werden"."Das System Hollywood ergreift alle Bereiche des Lebens. Ich erkannte, dass man mit traditionellem Journalismus die Bedeutung nicht erkennen kann. Für mich ist die Welt nicht einfach nur da, sie wurde von uns kreiert. Das ist der uralte Unterschied zwischen Realismus und Konstruktivismus." Tom Kummer ist kein Intellektueller. Wie oft hat er sich ein Leitbild gewünscht, das ihm zeigt, wo's lang geht. Seine SOS-Rufe sind im nachhinein einfach zu dechiffrieren: "Aber mein Herz versteht niemand", sagt Sean Penn, der im übrigen mit versteckten Musil-Zitaten um sich wirft.Kummer ist immer noch ein wilder Romantiker: "Vielleicht habe ich wirklich von einer vernünftigeren Welt geträumt?" Im Hintergrund brüllt ein Baby, Kummer beugt sich rücksichtsvoll näher ans Mikro. Er weiß, wie man gehört wird. Nur sein "Dirty Realism" bedeutet heute wohl eher, dass Poschardt 2002 (bei Merve) das Traktat "Über Sportwagen" publizierte und jetzt Chef der deutschen Vanity Fair ist. Oder hängt in Wirklichkeit einfach nur alles mit allem zusammen?Tom Kummer ist ein wenig jener verwirrte "Rebell without a Cause". Auf Deutsch hieß der Film mit James Dean "Denn sie wissen nicht, was sie tun". Tom Kummer würde es wieder tun. Sich selbst immer wieder neu erfinden. Pseudonyme gibt es unendlich. Hieß er nicht sowieso eigentlich anders? Nichts ist aufklärerischer, als die Glaubwürdigkeit der Medien zu beschädigen.------------------------------Tom Kummer: Blow Up. Blumenbar Verlag, München 2007. 270 S., 18,90 Euro.------------------------------"Ich hab zugehört, hab deren Stil inhaliert. Konzept, Choreografie der Wirklichkeit, Performance, das lag in der Luft." Tom Kummer------------------------------Die Groteske, dass Tom Kummer damit durchkam, macht heute seinen Kultstatus aus.------------------------------Foto: Die Selbstinszenierung klappt noch: Tom Kummer im "Ich-lüge-wahrscheinlich-T-Shirt" am verbarrikadierten Brunnen im Park Görlitzer Bahnhof.