Ingrid Nümann-Seidewinkel übernimmt Uniklinik-Vorsitz: Die neue Chefin bleibt nur sieben Monate

Ingrid Nümann-Seidewinkel gilt als strenge Sparerin, und das ist in Berlin inzwischen eine wichtige Voraussetzung, um Führungspositionen zu übernehmen. Seit gestern amtiert die frühere Hamburger SPD-Finanzsenatorin als Vorsitzende des gemeinsamen Vorstandes von Charité und Universitätsklinikum Benjamin Franklin (UKBF). Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS) hat die 59-jährige Juristin berufen, die sich im vergangenen Jahr als Angehörige der Expertenkommission zur Neugestaltung der Hochschulmedizin Sachkenntnis erworben hat. Dennoch ist die Rechtsanwältin nur eine Übergangslösung. Ihren Posten übt sie nur so lange aus, bis ein endgültiger Vorstand für das neue Uniklinikum gefunden ist. "Das wird wahrscheinlich bis Ende des Jahres dauern", sagte Nümann-Seidewinkel.Die Suche nach einer oder einem Vorstandsvorsitzenden gestaltet sich schwierig. "Wir brauchen Zeit, um eine entsprechende Persönlichkeit zu gewinnen", sagte Flierl. Bis es soweit ist, soll Nümann-Seidewinkel den Prozess der Fusion von Charité und UKBF steuern. "Eine schwierige Aufgabe", sagte sie. Sie kündigte an, "auf Gefühle Rücksicht zu nehmen". Damit richtete sie sich vor allem an das UKBF, denn die Steglitzer Klinik ist wesentlich kleiner als die Charité, und viele Mitarbeiter fürchten, bei der Zusammenlegung benachteiligt zu werden. Es stört sie zum Beispiel, dass das UKBF den Namen Charité übernehmen soll. Am Donnerstag, sagte Nümann-Seidewinkel, findet "auf neutralem Boden", in der Technischen Universität um 13 Uhr eine Personalversammlung beider Häuser statt. (tt.)