Eine Zugfahrt von Berlin ins Seebad Heringsdorf soll in Zukunft weniger als zwei Stunden dauern - nur halb so lange wie heute. Bürger aus Usedom und Berlin fordern, dass die 1945 unterbrochene direkte Bahnstrecke zu der Ostseeinsel wieder aufgebaut wird. Dadurch wären auch die anderen Badeorte auf Usedom viel schneller als heute mit dem Zug erreichbar. Damit das Bahnbauprojekt vorangebracht werden kann, wird am 9. April um 14 Uhr eine verbands- und parteiübergreifende Arbeitsgemeinschaft gegründet - in aller Öffentlichkeit auf dem Potsdamer Platz in Berlin.Die Europa-Staatssekretärin Monika Helbig hat zugesagt, für den Senat ein Grußwort zu sprechen, sagte Günther Jikeli von den Usedomer Eisenbahnfreunden. Auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (ebenfalls SPD) unterstütze die Forderungen der Initiative. Jikeli und seine Mitstreiter sind sich gewiss, dass andere Hauptstädter dies genauso sehen. "Die Berliner lieben es nicht, Zeit zu verschwenden", weiß der Mann aus der Stadt Usedom. Doch darauf läuft eine Zugreise auf die Insel heute hinaus.Weil Fahrgäste einen Umweg über Züssow nehmen und dort umsteigen müssen, dauert eine Reise vom Berliner Hauptbahnhof nach Heringsdorf drei Stunden und 46 Minuten - mindestens. Der direkte Usedom-Express, der in der Saison zweimal wöchentlich fährt, ist noch langsamer. Wenn die alte Strecke, die von Ducherow über die Karniner Brücke nach Swinoujscie (Swinemünde) führt, wieder aufgebaut würde, ließe sich die Reisezeit verkürzen. Davon würde auch der polnische Teil der Insel profitieren. Dessen Interessen seien kaum beachtet worden, sagte Jikeli. (pn.)