CHARLOTTENBURG. Der geplante Bau einer Moschee am Mierendorffplatz droht zu scheitern. Das Vorhaben des Vereins Inssan wurde vom Bauamt als derzeit nicht genehmigungsfähig eingestuft. Der Grund: Das Gelände an der Keplerstraße ist als Industriegebiet ausgewiesen. Um dort ein Gotteshaus zu bauen, müsste der Bebauungsplan geändert werden. Inssan will auf dem 4 800 Quadratmeter großen Gelände ab 2009/10 ein Kultur- und Begegnungszentrum mit Moschee errichten. Das Bezirksparlament hatte 2007 das Projekt noch einstimmig begrüßt.SPD, FDP und Grüne stehen weiterhin hinter dem Vorhaben. SPD-Fraktionschef Fréderic Verrycken: "In Wilmersdorf gibt es seit 1922 eine Moschee." Er will ebenso wie Grünen-Fraktionschefin Sibylle Centgraf, dass mit einem Bebauungsplanverfahren Baurecht für das muslimische Zentrum geschaffen wird. Centgraf: "Dabei sollte man ein einfaches Verfahren wählen, um nicht unüberwindliche Hürden zu schaffen." Sie kritisiert Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU): "Die Antwort auf die Anfrage von Inssan brauchte über vier Monate." Das sei reine Verzögerungstaktik. (el.)