Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag ist mit der schwierigsten Herausforderung in seiner elfjährigen Geschichte konfrontiert. Am Freitag und Sonnabend werden Afrikas Staatschefs auf einem außerordentlichen Gipfel in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba über ihre weitere Kooperation mit der internationalen Strafbehörde entscheiden: Wenn es nach dem Willen des in Den Haag angeklagten kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta geht, werden die 34 afrikanischen Unterzeichnerstaaten der Römischen Verträge ihre Unterstützung aufkündigen.

Kenyatta, dessen Prozess in Den Haag Mitte November beginnen soll, machte in den vergangenen Wochen mobil, um den Staatenbund zum geschlossenen Auszug aus der internationalen Einrichtung zu bewegen. Dabei nutzte Kenyatta bei seiner Kampagne den Vorwurf, die Haager Behörde habe sich ausschließlich auf die Verfolgung afrikanischer Persönlichkeiten konzentriert. Das Gericht habe eine rassistische Agenda und sei dem Kontinent gegenüber ungerecht und voreingenommen, befand die Afrikanische Union (AU) bereits im Mai dieses Jahres. Ob der 51-jährige Angeklagte triumphieren wird, steht allerdings noch nicht fest.

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