Rechtsberatung via E-mail, Gesundheitstips zum downloaden wer Verbrauchertips und Ratgeberseiten im Netz der Netze sucht, wird von Angeboten überschüttet.Beim Stichwort "Verbraucher" spuckt die Suchmaschine lycos (http://www.lycos.de) endlose Listen mit Internetadressen aus. Schnell fündig geworden, hat der Anwender nun immer noch die Qual der Wahl: Von T-Online über Bausparkassen bis zu Versicherungen bieten Firmen, Gesellschaften, private Nutzer und Verlage Tips und Ratschläge an. Oft entpuppt sich allerdings die vermeintlich unabhängige Ratgeberseite als Werbung für ein bestimmtes Produkt. Deswegen: Gut beraten ist derjenige, der weiß, wo er hinwill. Rücksprache per TelefonZum Beispiel http:// jure.de. Hier bietet die Anwaltskanzlei Wilhelm, Kost, Stopp, Kropf einen einzigartigen Service an. Gegen eine einmalige Bearbeitungspauschale von 50 Mark, zahlbar per Karte oder Bankeinzug, können sich Mandanten mit Internetzugang virtuell beraten lassen. Kleine Anwälte in schwarzer Robe auf lila Hintergrund führen zu der Seite, auf der "Ihr Fall" geschildert werden kann. "Einfache Rechtsauskünfte beantworten wir per E-mail, bei komplizierteren Fragen halten wir schon Rücksprache per Telefon", erläutert Rechtsanwalt Ulrich Stopp. Problem: Bei Gerichtsverhandlungen nützen dem Klienten virtuelle Anwälte nichts. "Deswegen sind wir an ein Netz von 114 Korrespondenzkanzleien angeschlossen, die die Prozeßbetreuung vor allen deutschen Gerichten gewährleisten", erklärt Stopp. Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Rechtsanwälte. Bis jetzt nehmen allerdings nur wenige Mandanten die Cyberkanzlei in Anspruch. "Die Zeit ist vielleicht noch nicht ganz reif für solche In-ternetberatungen", meint auch Dr. Lang, Entwickler des Anwaltssuchservice http://www.anwaltsuche.de. Hier recherchiert der Mandant nach bestimmten Merkmalen Kanzleiort, Fremdsprachenkenntnisse, Interessenschwerpunkt usw. , die der gewünschte Rechtsbeistand erfüllen soll. Der Service ist kostenlos, nach Wahl des Anwalts erfolgt der Kontakt vor Ort.Steckt die virtuelle Kanzlei noch in den Kindersschuhen, so ist die Internetberatung der öffentlichen Hand zum Teil nicht einmal geboren: Die Verbraucherzentralen von Bayern, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Sachsen haben keinen Anschluß an das globale Netz. Der Rest der Republik präsentiert wenigstens Ratgeberseiten, Tips und Lektürevorschläge. Eine Einzelberatung per E-Mail ist jedoch nicht möglich. Post- und soweit vorhanden Internetadressen der einzelnen Verbraucherzentralen stehen unter http://www. verbraucher.de/kon_vza.html. Immerhin über Deutschlands Grenzen hinaus schaut die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände. Auf ihren gut gegliederten webpages (http://www.agv.de) erhält man neben Neuigkeiten aus der internationalen Verbraucherpolitik auch die Anschrift anderer europäischer Verbraucherzentralen. Stichwort Europa: Benvenuto, Bienvenue, välkommen in allen Sprachen der Europäischen Gemeinschaft grüßt http://europa.eu.int. Auf diesen Seiten ist richtig was los: Es gibt zum Beispiel jede Menge Infos zum Euro und zur Angleichung des Verbraucherrechts in den einzelnen Mitgliederländern. Wer auf Mißstände oder Probleme aufmerksam machen möchte, kann sich übrigens direkt an den Bürgerbeauftragten der EU, Jacob Söderman, wenden. Kommunikation per E-mail ist ausdrücklich erwünscht (die Adresse: euro-ombudsman@europarl.eu.int). Ziemlich unbürokratisch, die Bürokraten in Brüssel!Wer Lexika lieber liest als kauft, kann unter www.heymanns.com sämtliche Titel der im Carl Heymann erschienenen Reihe "Ratgeber Recht" nach Stichworten durchforsten. Ratschläge und Tips in Hülle und Fülle bieten auch die Internetseiten von t-online. Unter http://www.t-online.de/shopping/inhalte/tipshi01.htm präsentieren sich Magazine wie Stiftung Warentest, der Gute Rat, Ökotest Magazin, u.a. mit Auszügen und Tests aus ihrer aktuellen Ausgabe. Über die homepage des ZDF (http://www.zdf.de) erreicht man das Webangebot des Gesundheitsmagazins Praxis und WISO. Hier können Surfer auf über 1 000 Seiten sendebegleitende Informationen zu Verbraucherfragen, Geldanlage und Versicherungen abrufen. Im Angebot inbegriffen: Die Datenbank mit aktuellen Rechtsurteilen. Diese sites können sich sehen lassen. Über den hohen Informationswert bei übersichtlicher Gestaltung freut sich besonders der ungeübte Netz-Nutzer. Und das Schönste: Alle Informationen sind kostenlos.Manch Service kostet auchDas ist keineswegs üblich. Die bunten Buttons des Informations-dienstes für unabhängige, objektive Finanztips (http://www. finanztips.de/menuavi.htm) versprechen individuelle Beratung in Sachen Steuern, Immobilien, Recht, Versicherungen, Familie und Un-ternehmen; klickt man aber auf das Symbol für Steuerberatung, eine lachende und weinende Maske, erscheint vorab ein Fenster mit der Aufforderung, Benutzerkennung und Paßwort einzutragen. Gegen ein Entgelt von 120 Mark wird der Netz- zum Nutznießer. Schwierig einzuschätzen, ob sich dieser nicht unbeträchtliche finanzielle Aufwand im Detail lohnt. Allgemeine Informationen, wie zum Beispiel die "Checkliste für den Immobilienkauf" können immerhin auch ohne Bezahlung abgerufen werden.Der "Service vom Tankspion" ist dagegen zwar kostenlos, dafür sollen die Surfer aber auch die Produkte der Firma Tecson sehen. Nimmt man diese Werbung für Tankmeßgeräte in Kauf, ist die Übersicht aktueller Heiz- und Rohölpreise und ihre voraussichtliche Entwicklung durchaus einen Abstecher wert (Adresse: http://home.t-online.de/home/tecson/pbstmeng.htm). Der nächste Winter kommt bestimmt!