Das Wort Luxus gehört nicht zum Sprachgebrauch von Klaus Groth. Der Berliner Unternehmer spricht vielmehr von sehr gehobenem Wohnungsbau, von hochwertigen Quartieren, wenn er seine exklusiven Bauprojekte beschreibt. Viele seiner Vorhaben zählen zu den Top-Adressen. Groth redet zurückhaltend darüber und überlässt es anderen, ihn als Pionier der Luxus-Projekte zu bezeichnen.

Tatsächlich ist der 74-Jährige dafür ein Wegbereiter. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Groth als Bauträger und Projektentwickler tätig, 1982 gründete der gebürtige Schleswig-Holsteiner die Groth-Gruppe und kam nach Berlin. Für das Gelände an der Klingelhöferstraße südlich des Tiergartens hat sich Groth besonders interessiert. Und mit dem Tiergarten-Dreieck Zeichen gesetzt: Er baute die CDU-Bundeszentrale, Botschaftsresidenzen und 60 Luxuswohnungen – zu einer Zeit, als in Berlin über geförderten Wohnungsbau diskutiert wurde. „Wir haben Impulse gegeben, und wir steigern uns weiter“, sagt er.

Mit einem Wellnessbereich für die vermögenden Bewohner, Doorman-Service und dem Sicherheitskonzept für Politiker und Diplomaten samt Videoüberwachung und abschließbaren Parktoren setzte Groth Maßstäbe. Umgerechnet bis zu 5 500 Euro kostete der Quadratmeter Wohnfläche, aus heutiger Sicht ein geringer Betrag. Mit dem Hofjäger-Palais an der Köbisstraße (2006 fertiggestellt, 91 Eigentums- und Mietwohnungen) und dem Diplomatenpark (2012, 70 Wohnungen) folgten ähnliche Projekte.

Anlehnung an die Historie

Groth ist kein Unternehmer, der ein großes Risiko eingeht. Schon seit 1983 hat er sich mit dem Tiergarten-Areal beschäftigt. „Man muss in die Historie gehen und fragen, was war das für ein Gebiet. Man sieht dann, wie prachtvoll dieses Viertel einmal war“, sagt Groth. Angesehen hat er sich auch vergleichbare Quartiere in London, New York und Paris. Eher klassisch-konservativ sehen daher seine Häuser aus – mit repräsentativen Eingängen, mit Natursteinfassade im Erdgeschoss und darüber hellem Putz. Also ein geplanter Erfolg? „Der überwiegende Teil für derartige Standortentscheidungen kommt aus dem Bauch“, sagt Groth. „Entweder hat der Unternehmer dieses Empfinden und dieses Gefühl und die damit verbundene Vorstellungskraft – oder er hat es nicht.“

Groth hat ein gutes Händchen. Auch wenn er sich bei „Wohnen am Spittelmarkt“ in Mitte nicht so sicher war. Während er sonst auf Manager, Diplomaten und wohlhabende Familien als Zielgruppe setzt, wusste Groth dort nicht, wer Wohnungen kaufen wird. Vom Standort aber war er überzeugt. „Die Grundstücke lagen im Todesstreifen der Mauer. Hier war ein Wohnviertel.“ Deshalb sei es grandios, jetzt an der Heilung der Wunden mitzuwirken.

Groth ist überzeugt, „gehobenes Wohnen im oberen Segment“ lässt sich nur an ganz wenigen Stellen realisieren. Etwa am Gendarmenmarkt – für seine „Belles Etages“ ist die Baugrube schon ausgehoben.