Irrungen und Wirrungen des Liebeslebens: die Revue "I Love You, You're Perfect, Now Change" im HT 21: Nebenwirkungen eingeschlossen

Mehr als 3 000 Vorstellungen sind bereits in New York gespielt und noch immer ist kein Ende abzusehen. Was einst als kleine Off-Broadway-Inszenierung begann, hat - zumindest, was die Zahl der Aufführungen betrifft - längst Großproduktionen wie "Helly, Dolly" oder "Grease" den Rang abgelaufen. Joe DiPietros und Jimmy Roberts "I Love You, You're Perfect, Now Change" ist dabei mehr Revue als Musical. In 17 amüsanten Szenen wird das nicht immer allzu einfache Verhältnis zwischen Mann und Frau durchdekliniert: vom Kennenlernen und dem ersten Date, vom Glück des Verliebtseins und heißem Sex über Heirat, Familiengründung und Beziehungskrisen bis hin zum Flirt während der Beerdigung des Ehepartners - Probleme mit den Schwiegereltern und quengelndem Nachwuchs eingeschlossen.Das Autorenduo DiPietro (Buch) und Roberts (Musik) hat mit seinem Stück offensichtlich nicht nur inhaltlich den Nerv getroffen, sondern auch den passenden Stil gefunden. Unverhohlen bedienen sie sich nämlich der Dramaturgie und Pointendichte von Sitcoms und behalten das Tempo auch bei ihrer Musik bei, die nahezu sämtliche Genre der Populärmusik karikiert.Mit diesem inzwischen auch in Europa zahlreich nachgespielten Erfolgsstück will das Hansa-Theater nun an seinen Erfolg der musikalischen Komödie "Harry und Sally" anknüpfen. So hat auch wieder Joachim Mayer-Ullmann die musikalische Leitung übernommen. Sonja Herrmann, Melanie Haffke, Andreas Berg und Sven Prüwer bilden das Darstellerquartett, das blitzschnell in immerhin 60 verschiedene Rollen schlüpfen muss. Regie führt der erst 21-jährige Newcomer Thomas Grandoch. 2003 debütierte der damalige Bottroper Abiturient mit Sartres "Geschlossene Gesellschaft" in den Räumen eines ehemaligen Kohlekraftwerkes, vergangenes Jahr inszenierte er in seiner Heimatstadt Genets "Die Zofen" als Open-Air-Event auf einer Abraumhalde vor der nächtlichen Ruhrgebiets-Industriekulisse. Ob die Berliner Inszenierung die gleichen Nebenwirkungen haben wird, wie die New Yorker Produktion, bleibt abzuwarten. Dort nämlich hat sich die Show als Ort für Liebeserklärungen etabliert. Regelmäßig stürmen männliche Besucher die Bühne, um von dort aus um die Hand der im Publikum sitzenden Angebeteten anzuhalten. Nach offiziellen Zählungen wurden so bereits 48 Heiratsanträge unter dem tosenden Applaus des Publikums angenommen.I Love You, You're Perfect, Now Change Premiere am Freitag, 20 Uhr, weitere Vorstellungen bis 6. März, HT 21 Hansa-Theater, Alt-Moabit 48, Karten unter Telefon: 39 83 74 74 oder 23 27 57 77.------------------------------Foto: Was ist schon eine Ehekrise gegen einen Heiratsantrag?