Damaskus - Syrische Rebellen haben nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter in der Provinz Idlib 34 von ihnen gefangen genommene dschihadistische Mit-Aufständische getötet. Bei den Getöteten soll es sich um ausländische Kämpfer der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) sowie um einige Kämpfer der Gruppe Soldaten von Al-Aksa handeln.

Mehrere syrische Rebellenbrigaden hatten am vergangenen Wochenende eine Offensive gegen Isis-Stützpunkte begonnen. Hinter diesen Angriffen auf die bislang mit ihnen verbündeten Dschihadisten steckt nach Meinung von Experten nicht nur ein Streit über Gebietsansprüche, sondern auch der Wunsch, sich das Wohlwollen westlicher Waffenlieferanten zu sichern.

Die mehrheitlich aus dem Ausland kommenden Isis-Kämpfer waren den syrischen Aufständischen im Kampf gegen Präsident Baschar al-Assad zunächst willkommen. Sie sind diszipliniert, gut bewaffnet und kampferfahren. Inzwischen werfen mehrere Rebellengruppen der Isis jedoch vor, in den von ihr kontrollierten Gebieten ein Terrorregime zu errichten und gewaltsam gegen rivalisierende Rebellen vorzugehen.

Gegen die Isis kämpfen mittlerweile die mächtige Islamische Front, die islamistische Armee der Mudschaheddin, die nicht islamistische Front der Revolutionäre Syriens und die dschihadistische Al-Nusra-Front. Letztere unterhält wie die Isis Verbindungen zu Al-Kaida, gilt einigen Beobachtern aber als gemäßigter. Syrische Exilgruppen begrüßen den Kampf der Rebellenfront gegen die Dschihadisten.

Giftgas-Abtransport hat begonnen

Unterdessen hat fünf Monate nach den verheerenden Giftgas-Anschlägen in Syrien der Abtransport der chemischen Waffen begonnen. Die erste Ladung der hochgiftigen Kampfstoffe sei am Dienstag von zwei Standorten in Syrien zur Hafenstadt Latakia gebracht und auf ein dänisches Schiff geladen worden. Das teilte die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag mit. Das Schiff habe, begleitet von dänischen, norwegischen und syrischen Schiffen, syrisches Gewässer verlassen.

„Das Schiff wird solange in internationalen Gewässern bleiben, bis eine neue Ladung in Latakia bereitsteht“, teilte OPCW-Sprecher Michael Luhan mit. Rund 500 Tonnen mit den giftigsten Kampfstoffen sollen in den nächsten Tagen auf Lastwagen zur Hafenstadt gebracht und dann in Etappen auf das dänische Schiff umgeladen werden. Ursprünglich sollten die Chemiewaffen bereits bis zum 31. Dezember abtransportiert sein. Durch andauernde Kämpfe und logistische Probleme war die Operation jedoch in Verzug geraten. (dpa, AFP)