Die Finanzkrise könnte auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) treffen. Darum nimmt das Unternehmen eine Risikovorsorge von 157 Millionen Euro in die Bilanz auf. Anlass sind komplizierte Wertpapier- und Leasinggeschäfte in den USA. Das Stichwort lautet: "Cross Border Leasing" (CBL).Die Rückstellung könne den größtmöglichen Schaden abdecken, sagte die BVG-Sprecherin Petra Reetz. Die BVG erwarte aber nicht, dass die gesamte Summe fällig wird. Realistisch sei ein zweistelliger Millionenbetrag - wenn überhaupt. Falls Forderungen erhoben würden, erwäge die BVG zudem eine Schadensersatzklage gegen die beratende Bank in den USA. Reetz: "Wir gehen davon aus, dass Cross Border Leasing unter dem Strich ein gutes Geschäft für uns bleibt. Dadurch haben wir seit 1979 einen Vorteil von insgesamt rund 100 Millionen Euro erzielt."Derzeit gibt es für 377 U-Bahn- und 134 Straßenbahnwagen CBL-Verträge. Die Züge werden an US-Firmen, die damit Steuern sparen, vermietet und zurückgemietet, 2007 hatte die BVG als Sicherheit Wertpapiere des Typs "Collateralized Debt Obligation" akzeptiert, die heute als "Schrottpapiere" gelten. Falls ihre Partner ihren Anteil nicht mehr tragen können, droht theoretisch ein Totalausfall, der die BVG betreffen könnte. Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) verteidigte das Geschäft. Das Risiko sei nicht absehbar gewesen. (pn.)