"JFK" heißt jetzt "98,2 Soft Hit Radio": Neuer Name soll Quote machen

Mit neuem Namen, großer Werbekampagne und verändertem Programm will der Radiosender "JFK", der jetzt "98,2 Soft Hit Radio" heißt, aus den roten Zahlen herauskommen. Alles werde anders, beteuerte Geschäftsführer Thomas Dittrich gestern vor der Presse. Natürlich sagt ein Geschäftsführer das nicht so, er spricht von Lern- und Bilanzerfahrung. Die Lernerfahrung laute, "nur über Kultur zu berichten" bedeute noch nicht, "daß sich die Hörer auch für Kultur interessieren". Und die Bilanzerfahrung habe ergeben, daß im Osten kaum einer den Sender hört: Mickrige Quoten mit einer Null vor dem Komma drücken auf den Westprozentsatz von 4,9. Der Geschäftsführer glaubt auch zu wissen, woran das liegt: "Die Leute im Osten können mit dem Namen JFK nichts anfangen."Damit dem jetzt nicht mehr so ist, reduziert der Sender sein Kulturangebot zugunsten softer Musik und beschränkt sich in seiner Berichterstattung auf Fernsehen und Film. Täglich von 15 bis 20 Uhr sollen Reportagen über neue Produktionen, Kino-Tips und Interviews mit Schauspielern auch östliche Hörer an JFK, pardon: "98,2 Soft Hit Radio" binden. "Diese korrigierenden Maßnahmen sollen das Programm optimieren", erläutert Dittrich. Michael Poetter, einer der Geldgeber des Senders, wird deutlicher. Nicht genügend Hörer bedeute nicht genügend Werbung und damit nicht genügend Geld. "Aber wir haben nur eine Schlacht verloren."Und deshalb drehen die Gesellschafter von Schwenkow bis Poetter den Geldhahn nochmals auf und reiten zum Gegenangriff. Ab heute hetzen hundert Mädchen durch die mit 5 000 Plakaten zugeklebte Stadt und verteilen Werbegeschenke; im Programm werden rekrutierte Hörer mit Gewinnspielen bombardiert. Wenn das nicht hilft. +++