Im vergangenen Jahr wurde ein 68 Jahre alter Pensionär in Bayern wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt, nachdem er einen schwarzen Familienvater, von dessen spielenden Kindern er sich belästigt fühlte, als „Neger“ beschimpft hatte. In der Verhandlung von dem Amtsgericht machte der Angeklagte geltend, er verstehe die Bezeichnung als „Neger“ nicht als Beleidigung, eine Beteuerung, die ihm weder die Staatsanwaltschaft noch die Richterin glaubte. Selbstverständlich war die Bezeichnung als Neger schon immer verächtlich gemeint, aber erst sehr spät war die Justiz bereit, darin eine Beleidigung zu erkennen.

Inzwischen ist der Begriff zu Recht als rassistisch verpönt, was dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) offenbar entgangen ist. Mit seiner Bemerkung in einer Talk-Show, der Schlagersänger Roberto Blanco sei „immer ein wunderbarer Neger“ gewesen, entfesselte er einen Sturm der Entrüstung und musste sich für seine „völlig inakzeptable Äußerung“ entschuldigen.

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