In Rudolfsheim, damals noch ein Vorort von Wien und heute im 15.Bezirk gelegen, wurde Josef Krejcik (1885-1957) geboren. Die Schulzeit verbrachte er in der mährischen StadtOlmütz.Mit dreizehn Jahren besuchte er das Kaiser-Jubiläums-Schachturnier in Wien 1898 und war begeistert. Krejcik ging nach Wien, um Philosophie zu studieren. Zunächst schloss er sich dem Akademischen Schachverein an. Der Schachmeister und Problemkomponist Johann Berger wurde sein Mentor.Als ständiger Besucher des Wiener Cafes "Central" spielte Krejcik hunderte Partien gegen starke Meister, wie Vidmar, Tartakower, Perlis und Spielmann. Im renommierten Wiener Schachklub, der damals über 600 Mitglieder zählte, gelang ihm der Aufstieg zur Spitze. Wien verdankte sein blühendes Schachleben zwei freigebigen Mäzenen: Bankier Baron von Rothschild und Seidenfabrikant Trebitsch. Krejcik promovierte sich zum Dr. phil. und arbeitete als Lehrer.Nebenher war er im Wiener Auktionshaus Dorotheum tätig als Experte für alte Drucke. Er genoss auch einen guten Ruf als Kolumnist und Autor schachhumoristischer Bücher, die eine breite Leserschaft fanden. Josef Krejcik war der Gründungspräsident des österreichischen Schachverbandes und Mitbegründer der FIDE.60Jahre hielt er dem Schach die Treue. In seinem Buch "Abschied vom Schach" resümiert er voller Stolz: "Ich war stets jemand, welcher der Schachwelt etwas zu sagen wusste, und auf den zu hören, ihr nie schadete!"J. Berger - J. KrejcikKarlsbad 19111.d4 d5 2.c4 e5 3.d:e5 d4 4.e4 Lc5 5.f4 f6 6.e:f6 S:f6 7.Ld3 Sc6 8.a3 a5 9.Sf3 0-0 10.0-0 Te8 11.e5 Sg4 12.Te1 Lf5! 13.L:f5 d3+ 14.Kf114...Dh4!! 15.Dd2 D:h2 16.L:d3 Dh1+ 17.Ke2 D:g2+ 18.Kd1 D:f3+ 19.Le2 Db3+ 20.Dc2 Sf2+ 21.Kd2 Le3 matt 0-1Paul Werner Wagner