Rosige Aussichten für die Werbewirtschaft: Mit dem vom Hellersdorfer Michael Kreil (18) und seiner Klassenkameradin Luise Illgen (18) entwickelten Verfahren zur digitale Bildentwicklung läßt sich jedes fotografierte Objekt problemlos vor einen x-beliebigen Hintergrund darstellen - eine Methode, die immense Zeit- und letztlich auch Kosteneinsparung bringen würde. Die beiden Schüler vom naturwissenschaftlich ausgerichteten Heinrich-Hertz-Gymnasium waren zwei der 6 431 Jungforscher ("Jufos"), die dieses Jahr bei dem bundesweiten Wettbewerb "Jugend forscht" an den Start gingen. Mit dieser hohen Teilnehmerzahl wurden im 33. Jahr der von "Stern"-Gründer Henri Nannen ins Leben gerufenen Aktion für Tüftler unter 21 Jahren alle Rekorde gebrochen. Die Endrunde fand vom 21. bis 24. Mai in München statt und brachte für die beiden Berliner Abgesandten den großen Erfolg. Die Idee zu dem zukunftsträchtigen Verfahren der Bildentwicklung war Michael unabhängig von dem Wettbewerb gekommen. Erst sein Physiklehrer machte ihn darauf aufmerksam. Michael fand schon als Kind Gefallen an den Gesetzen der Physik und Mathematik. "Meine Mutter erzählt mir immer gern, wie mein Vater mir schon als dreijährigem Knirps die Funktionsweise eines Pendels zu erklären versuchte", sagt der Sohn eines Physikers. Ohne Erfolg blieb das Bemühen des Vaters wohl nicht. Heute verbringt der Hobbytüftler jede freie Minute vor dem Computer, hört vom Computer geschaffene "phonetische Vokalmusik" und verschlingt die Zeitschrift "Bild der Wissenschaft". Auch Klassenkameradin Luise, die aus Mitte stammt, schwärmt für die Naturwissenschaften. Jedes Jahr hat sie an der Mathe-Olympiade teilgenommen und sogar schon zwei bundesweite Siege mit nach Hause gebracht. Wieso haben gerade Nachwuchsforscher oft so glänzende Ideen? Für Michael ist die Sache klar: "Nach fünf Jahren Physikstudium fehlt die notwendige Unvoreingenommenheit, fachübergreifend zu denken." Der Hellersdorfer ist sich noch nicht sicher, ob er überhaupt studieren will, wenn er im nächsten Jahr das Abitur hinter sich gebracht hat. Ende Juni treten Luise und Michael erst einmal ihre vierwöchige Gewinnerreise nach Amerika an.Vielleicht taucht demnächst eine lila Milka-Kuh in der Wüste auf. Auf ihrer Almwiese fotografiert, wäre die "Verschickung" vor die Sandkulisse technisch kein Problem mehr. Die Erfindung von Michael und Luise macht es jedenfalls möglich.