CHARLOTTENBURG Für 32 Millionen Mark ist gestern das Haus am Kurfürstendamm 71 versteigert worden. In dem vierstöckigen Gebäude war früher die Diskothek "New Eden" untergebracht.Der Saal 120 im Amtsgericht Charlottenburg war gestern zwar voll, doch nur die Frankfurter Kapitalanlagegesellschaft "Deutsche Fonds für Immobilienvermögen" (DEFO) hatte Kaufabsichten. "Der Preis mußte beim ersten Termin mindestens 29,4 Millionen Mark betragen, sonst hätten die Gläubigerbanken den Zuschlag verweigern können", sagt Rechtspflegerin Maria Stenzel, die die Zwangsversteigerung leitete."32 Millionen waren unsere Obergrenze", sagt Henning Schell, Geschäftsführer der DEFO. Die Gesellschaft will das Haus vermieten. "Zwar stehen die zukünftigen Mieter noch nicht bei uns vorm Schreibtisch, doch meinen wir, mittelfristig richtigzuliegen." Schell hofft auf eine größere Nachfrage, wenn der Regierungsumzug näherrückt.Darauf hatte bereits der letzte Eigentümer vergeblich gewartet. Die "Berlin Ku'damm B.V." meldete im Januar Konkurs an, weshalb das Haus gestern zwangsversteigert wurde. Gläubigerbanken sind unter anderem die Berliner Bank und die Banque Nationale de Paris.Berühmt wurde der Ku'damm 71 wegen der Nobel-Diskothek "New Eden", in der Stars wie Shirley McLaine und Stewart Granger in den 60er und 70er Jahren ein- und ausgingen. Besitzer Rolf Eden hatte das Haus vor fünf Jahren selbst vom Bund gekauft, es kurze Zeit später jedoch wieder veräußert, als er ein attraktives Kaufangebot erhielt. Gerüchten zufolge soll der Preis bei 65 Millionen Mark gelegen haben. Der Verkehrswert beträgt nach dem Fall der Immobilienpreise zur Zeit 42 Millionen Mark. +++