Sport: "Allmächtige Respektsperson" (21. Juli) und "Der schwarze Fleck" (19. Juli - beide von Matthias Wolf:Als Abonnent der Berliner Zeitung und Vereinsmitglied beim 1. FC Union freut man sich sehr, wenn der eigene Verein drei Tage hintereinander einen Artikel in seiner Zeitung bekommt. In der letzten Saison kam es durchaus vor, dass über ein Union-Punktspiel überhaupt nicht berichtet wurde, wie im Mai beim Karlsruher SC. Und als im Juni zum Trainingsauftakt des 1. FC Union 3500 Fans kamen, gab es keine Meldung, wohingegen die 600 zum Trainingsauftakt von Hertha einen prima Bericht wert waren. Der überraschende 3:0-Sieg im abschließenden Vorbereitungsspiel gegen den schottischen Europa-League-Teilnehmer Heart of Midlothian hätte es auch verdient gehabt, die neue Mannschaft vorzustellen. Gemeldet wurden nur die Torschützen, ein Neuer prompt mit falschem Namen.Jetzt also drei Tage Artikel über den 1. FC Union. Nicht über Fußball, sondern über seinen Präsidenten Dirk Zingler und dessen Verpflichtung zum dreijährigen Dienst beim Wachregiment Feliks Dzierzynski des MfS, was durchaus einen Neuigkeitswert hatte. Fast eine ganze Seite war dieses Thema am ersten Tag wert und damit auch mehr als die Stadtmeisterschaft im Februar im Olympiastadion. Assoziiert wurde allerdings eine horrende Stasigeschichte. Berichte des MfS wurden ungeprüft wie Tatsachenbehauptungen verwendet, es wurde pauschalisiert und unterstellt - von Aufklärung keine Spur.Diese Vorwürfe erschienen wohlkalkuliert am ersten Urlaubstag von Dirk Zingler. Und sie gipfelten dann in Sätzen wie "Doch das System Zingler beim 1. FC Union Berlin funktioniert auch bei Abwesenheit des Präsidenten, im Grunde automatisch" oder "Es heißt, im Wachregiment des Erich Mielke war das Betriebsklima schlecht. Auch weil es viele Spitzel gab. Bei Union herrscht nun jener Korpsgeist, den er als Unteroffizier nicht erleben durfte."Bitte? Das Betriebsklima in einer demokratischen Organisation wie dem 1. FC Union soll totalitärer sein als beim Wachregiment des MfS? Die Union-Mitglieder haben beispiellos viele Mitwirkungsrechte über die schöne Beschäftigung mit Fußball hinaus; diese Rechte wurden nach der Vereinskrise 2004 vom Verein, seinen Gremien und auch seinem Präsidenten Dirk Zingler erweitert und ausgebaut. Anhänger arbeiten in der Fan- und Mitgliederabteilung mit, sie haben das Stadion gebaut, sie erarbeiten die neue Vereinssatzung.Derartige Behauptungen sind nicht nur falsch, sondern bagatellisieren auch all jene Verbrechen, für die das MfS in der Tat verantwortlich und über die auch weiter zu reden ist. Es ist eine Kampagne gegen Dirk Zingler auf Kosten des ganzen 1. FC Union und nicht zuletzt der tatsächlichen Opfer der Staatssicherheit. Helge Meves, Kablow-----------------------An dieser Stelle können Leser Einspruch gegen einen Beitrag einlegen. Wer sich gern zu Wort melden möchte, wende sich an: leserbriefe@berliner-zeitung.de. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor