Karim Benyamina trifft drei Mal für den 1. FC Union: Gespür für die Liga

BERLIN. Der Sonntag verlief recht unspektakulär beim Helden von Köpenick. Karim Benyamina schlief lange aus und traf sich dann mit Freunden, "um die Sache von Kiel noch mal zu besprechen". Drei Treffer waren dem 24-jährigen Deutsch-Algerier beim überraschenden 4:0-Erfolg des 1. FC Union Berlin bei Holstein Kiel geglückt. Tausend mitgereiste Fans feierten vor allem ihn und träumen nach dem Sturm auf Platz drei in der Regionalliga Nord von mehr als nur dem Klassenerhalt. "Das ist aber falsch", sagt Benyamina, "wir bleiben dabei, dass wir erst die Punkte fürs Überleben sammeln wollen."Das ist die Formulierung, auf die Trainer Christian Schreier seine Profis einstimmte, wobei Benyamina betont: "So denke ich auch alleine. Wer eine zu große Fresse hat, der fällt leicht auf die Fresse." Das könnte auf Kiel Anwendung finden, das unbedingt aufsteigen will und wo nun Trainer Frank Neubarth in die Kritik gerät: "Das Vertrauen des Vorstandes habe ich wohl, doch das Entscheidende ist der Erfolg", sagte er nach der Show des Karim Benyamina, der auch noch den Freistoß herausholte, den Sebastian Bönig zum zwischenzeitlichen 2:0 verwandelte. "Ich bin überglücklich", sagte Benyamina, der einst beim 1. FC Lübars das Fußballspielen erlernt hatte und in den engen Bolzkäfigen des Märkischen Viertels zum Kämpfer avancierte. Und doch hatten ihm viele Kritiker nicht mehr als die Oberliga zugetraut, in der er sechs Jahre verkümmerte. "Wichtig ist der Mannschaftserfolg", sagt er: "Aber klar sind drei Tore auch ein Beweis für die, die an mir zweifeln."Auch Schreier war zuletzt misstrauisch, weil Benyamina nur im ersten Spiel bei Hertha II getroffen hatte, aber gegen St. Pauli und HSV II Chancen vergab. Schon machte sich mancher nach dem Ausfall von Daniel Teixeira (Knieverletzung) Sorgen um Unions Durchschlagskraft. Benyamina sorgte für Erleichterung. "Schreier hat mich zu mehr Konzentration ermahnt", sagte der Dreifach-Schütze und versprach noch viele Tore: "Ich habe jetzt das Gefühl für die Regionalliga."