Karl-Marx-Buchhandlung schließt nach 55 Jahren: Nur der Schriftzug bleibt

Ernst Kundel, Inhaber der Karl-Marx-Buchhandlung in der Karl-Marx-Allee 87 in Friedrichshain, gibt sein Traditionsgeschäft zum Monatsende auf. "Die Umsätze haben sich in den vergangenen Jahren enorm verschlechtert", sagt der 50-jährige Historiker. Zudem hätten sich die Erwartungen an die Entwicklung der Karl-Marx-Allee nicht erfüllt.Die Karl-Marx-Buchhandlung eröffnete 1953 als Volksbuchhandlung und galt in den ersten Jahren ihres Bestehens als größte Buchhandlung in Ost-Berlin. Nach der Wende übernahm eine westdeutsche Verlagsbuchhandlung die Geschäfte und führte den Betrieb bis zur Schließung im Dezember 1992. Im März 1993 übernahm Ernst Kundel die Karl-Marx-Buchhandlung. Von 1999 bis 2005 engagierte er sich zudem im Förderverein Karl-Marx-Allee und erarbeitete mit anderen Gewerbetreibenden der Straße ein Tourismuskonzept, um die einstige Prachtstraße als Einkaufsstraße attraktiver zu machen. "Das hat nicht geklappt", sagt Kundel. 2005 musste er einen Teil des Buchladens schießen.Künftig wird nur noch der Name Karl-Marx-Buchhandlung an die 55-jährige Geschichte des Buchladens erinnern. Das Gebäude und der Schriftzug stehen unter Denkmalschutz. Als Buchhändler wird Kundel weiterarbeiten. Am 1. März eröffnet er eine Kiezbuchhandlung in der Bänschstraße 88. (str.)