Die Berliner Zeitung hat Geburtstag. In diesem Jahr wird sie 75 Jahre alt. Sie hat eine Nachkriegszeit miterlebt, den Mauerbau, die DDR und die Wiedervereinigung. Acht Bundeskanzler hat sie kommen sehen, 14 Berliner Bürgermeister kritisch beäugt. Ihre Journalisten sind auf Demonstrationen und auf Fashion Weeks, sprechen mit Berlinern, Europäern und Weltbürgern. Sie sind Berliner und kommen doch aus allen Ecken des Landes. 

Unabhängiger und fundierter Journalismus ist Treibstoff für eine funktionierende Demokratie. Ihn zu erhalten, ist nicht immer einfach. Die Branche ringt um ihre Zukunft, obwohl professioneller Journalismus wichtiger ist denn je. Redaktionen werden zusammengelegt, wo Meinungsvielfalt abgebildet werden müsste. Mittel für Recherchen abgebaut, wo genaues Hinschauen wichtig wäre. Überstürzt gespart, wo es langen Atem bräuchte.

Wir glauben an guten Journalismus. Und daran, dass wir vieles anders machen müssen, um ihn zu erhalten. Dafür suchen wir Menschen, für die Lust auf Veränderung mehr ist als nur eine Phrase. Die wissen, dass Veränderung oft auch weh tut – und die trotzdem Lust darauf haben, alles umzuwerfen. Denn eins ist sicher: Dieses Jahr werden wir viel verändern.

Wir lernen aus Erfolgen – und aus Fehlern. An vielen Tagen entdecken wir Neues, machen große Schritte, entwerfen Ideen und öffnen Türen. An anderen Tagen müssen wir lieb gewonnene Projekte loslassen, weil sie nicht funktionieren, Überzeugungen aufgeben, weil die Gegenargumente besser sind, uns Fehler eingestehen und die Richtung wechseln. Für uns ist das kein Scheitern, sondern Fortschritt.

Wir sind ein Team. Unsere Kolleginnen und Kollegen sind ehrgeizig und geben in stressigen Phasen auch mal 150 Prozent. Wir halten zusammen und unterstützen uns gegenseitig. Wir diskutieren, bis die Fetzen fliegen und am Ende gewinnt die beste Idee – auch wenn sie vom Praktikanten kommt und nicht vom Geschäftsführer.

Wir sind schnell. Du bist gewohnt, dass Projekte wie der Relaunch einer Website mindestens sieben Monate dauern und bis ins Detail in zahlreichen Arbeitsgruppen ausdiskutiert werden müssen? Wir haben die Website der Berliner Zeitung in nur fünf Wochen umgekrempelt. Technologisch, optisch, inhaltlich. Wir treffen Entscheidungen treffen. Klar und schnell. Auch wenn das bedeutet, nicht immer jedem gerecht werden zu können. Aufgeschobene Entscheidungen verbrauchen Energie – und die stecken wir doch lieber in Fortschritt.

Wir hinterfragen alles und jeden – auch uns selbst. Nicht immer läuft alles glatt und ja, wir wissen, dass wir in den vergangenen Monaten für einiges an Aufruhr gesorgt haben – in der Öffentlichkeit und in uns selbst. Aber wir diskutieren miteinander bis wir ein gemeinsames Verständnis gefunden haben. Von Redakteur bis Verleger, offen und schonungslos.

Wir sind das wohl spannendste Medienprojekt Europas. Eine 75-jährige Traditionsmarke mit der Umbruchkultur eines Start-Ups. Wir sind ganz viel, aber eines nie: langweilig. Und am Ende haben wir alle das gleiche Ziel. Wir wollen nach vorne. Wir wollen erfolgreich sein. Wir wollen alles neu denken, unabhängig von Branchentrends und allgemeiner Stimmungslage. Wir wollen das erhalten, was uns ausmacht und woran wir glauben: Unabhängigen, fundierten und relevanten Journalismus.