Erst ist die Leiche in dem einen Büro. Dann in dem anderen. Plötzlich ist sie ganz weg. Und die Putzfrau Emma, die schon argwöhnte, "Die Leiche steht auf mir", weil sie ihr zu folgen schien, als sie die Polizei anrief, sieht ihren Ruf in Gefahr. Von allen ausgelacht, behält sie trotzdem die Nerven und am Ende, klarer Fall, recht. Diese Emma Hansmann ist eine Paraderolle mit Herz, Chuzpe und Lästermaul.Dereinst schlüpfte sogar Grethe Weiser im Hebbel-Theater erfolgreich hinein. Jetzt sitzt sie Dagmar Biener wie die gemusterte Kittelschürze. Außerdem paßt sie ihr wunderbar auf die Berliner Schnauze, wofür im Hansa-Theater Sabine Thiesler gesorgt hat. In ihrer Bearbeitung wurde aus Jack Popplewells Kriminalkomödie "Busybody" nun "Keen Dilemma ohne Emma". Nach wie vor gibt es darin die Wanderleiche an der Feuerleiter und die Witzfiguren von der Polizei. Das alles aber spielt eben, gekonnt und sehr komisch, im Tiergarten und nach dem Motto "Bitte kurz, ich hab Weihnachten noch was vor". Dagmar Biener gibt dieser "Miss Marple aus Moabit" zudem ordentlich kessen Überdruck und kiebige Resolutheit mit. Ihr putzmunterer Spürsinn überzeugt schließlich sogar die beiden Kriminalbeamten namens Harry (Santiago Ziesmer) und Stefan (Helmut Gauß). Die arbeiten sich außerdem gerne an korrekt verrückten Bitte-Harry-danke-Stefan-Ritualen ab, bis keiner mehr weiß, wo der Wagen eigentlich steht.Die Inszenierung von Klaus J. Rumpf stellt die Pointen ins beste Licht, dazwischen bleibt es ein bißchen duster. Bis dann die Biener daherkommt, mault, kreischt oder einfach nur ihren speziellen Emma-Blick aufsetzt. Das genügt.Weitere Aufführungen: 28., 29., 30. April, 1./2.Mai, Hansa-Theater, Alt Moabit 48.