Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf will die Kolonie Oeynhausen sichern. Auseinandersetzungen mit dem US-amerikanischen Investor Lone Star, der das Areal in Schmargendorf 2008 gekauft hatte, fürchte man nicht, sagt Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU). Denn der Bezirk habe sich ein Rechtsgutachten von einer renommierten Kanzlei erstellen lassen: "Wir können danach ein entsprechendes Bebauungsplanverfahren weiterführen." Das hat das Ziel, das Gelände dauerhaft der Gartennutzung zu widmen. Der Investor kann dann darauf nicht bauen. Schon im Jahr 2000 hatte der damalige Bezirk Wilmersdorf erste Anstrengungen zur baurechtlichen Sicherung der 300 Parzellen gemacht.Die Post, der das Gelände an der Forckenbeckstraße ursprünglich gehörte, hatte in Sitzungen mit dem Bezirksamt immer wieder betont, dass es für das Areal keinen Interessenten gebe. Die Kleingärtner hatten danach selbst erwogen, der Post die Gärten abzukaufen. Doch ihre Initiative erwies sich als vergeblich: Denn plötzlich verkaufte die Post die Parzellen an Lone Star - in einem Paket mit 1 300 Häusern und Grundstücken bundesweit. Oeynhausen hat keinen Bestandsschutz durch den Berliner Kleingarten-Entwicklungsplan.Erst im vergangenen Monat hatte die rot-rote Koalition einen CDU-Antrag zur generellen Verlängerung der Schutzfristen für Kleingärten in Berlin bis zum Jahr 2020 abgelehnt. Dabei ging es um 27 Kolonien, deren Erhalt nur bis 2010 beziehungsweise bis 2014 gesichert ist. Allein in Wilmersdorf sind drei Anlagen betroffen. Schon verkauft wurde dort 2008 die Kleingartenanlage Württemberg in bester Kudammnähe - auf dem Areal sind Luxuswohnungen geplant. 18 Pächter widersetzten sich jedoch der Kündigung, einige wehrten sich bislang erfolgreich vor Gericht dagegen.In Berlin gibt es derzeit mehr als 900 Kleingartenanlagen mit 74 500 Gärten. 69 Prozent sind davon laut Stadtentwicklungsverwaltung dauerhaft gesichert. Im Mai wurde für 122 Anlagen die Schutzfrist nochmals bis 2020 verlängert. (el.)