In mehreren Innenstadtbezirken dürfte die Zahl der Hundehaufen weiter zunehmen. Die zwölf Maschinen der Berliner Stadtreinigung (BSR) zur Beseitigung von Hundekot stehen seit 15. März still. Die meisten der Riesenstaubsauger sind auf BSR-Betriebshöfen abgestellt, weil sich keine Fahrer finden. Bislang wurden die Geräte im Wert von 35 000 bis 50 000 Mark von ABM-Kräften bedient. Das Projekt ist aber am 15. März vorerst beendet worden. Wie BSR-Sprecherin Sabine Thümler gestern sagte, hätten die Arbeitsämter keine Verlängerungen genehmigt. Betroffen ist auch der Betriebshof Mühlenstraße in Friedrichshain. Von dort aus waren bisher drei Hundekotmaschinen in den Bezirken Tiergarten, Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain, Schöneberg und Wilmersdorf unterwegs. Die BSR will jetzt versuchen, über das Langzeitarbeitslosenprojekt "Integration durch Arbeit" neue Fahrer zu bekommen. In der Zwischenzeit sollen notfalls BSR-Mitarbeiter die Maschinen bedienen. Dies könne jedoch nicht dauerhaft finanziert werden, sagte Thümler.Die BSR hatte die Hundekot-Sauger Anfang vergangenen Jahres angeschafft. Im Rahmen der Senatsaktion "Sauberes Berlin" hatten Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) und die BSR die Maschinen öffentlichkeitswirksam in Betrieb genommen. Pro Monat sollten etwa 80 Tonnen Hundekot entfernt werden. Täglich fallen in Berlin rund 40 Tonnen an. Beate Stoffers, Projektleiterin der Senatsaktion "Sauberes Berlin" zeigte sich erstaunt, daß die teuren Geräte derzeit nicht genutzt werden: "Die BSR ist nun einmal für die Beseitigung des Drecks verantwortlich. Ob sie es mit Maschinen macht oder nicht, ist uns eigentlich egal", so Stoffers. Auch die Bezirke zeigen wenig Verständnis für die Argumente der BSR. Die bündnisgrüne Bürgermeisterin von Schöneberg, Elisabeth Ziemer, kündigte an: "Ich werde mich notfalls mit dreien meiner Stadträte selbst auf die Hundekotmaschinen setzen, falls die BSR keine Fahrer findet."