Peter Franke ist sich sicher. "Boxen ist die reinste Sozialarbeit", sagt der 39-jährige Erzieher. Beim Boxen lerne man Disziplin, Durchhaltevermögen und den fairen Umgang mit dem Gegner. Mit seinem Sozialprojekt "total sozial" hat Franke 28 Jugendliche aus Kreuzberg von der Straße und in den Boxring holen können. Nun ist das Projekt in Gefahr. Das Geld für die Weiterfinanzierung fehlt.Mit der Teilnahme am Aktionswettbewerb "alex" der SPD hatten sich Peter Franke und sein Freund Oliver Frauenkron, ein 25-jähriger Rettungsassistent bei der Feuerwehr, das notwendige Startkapital von 500 Mark gesichert. Der Wettbewerb, an dem sich 300 Schüler und Studenten mit 54 Projekten beteiligt haben, will solchen sozialen Ideen eine "Startchance" geben. So beschreibt es Rudolf Hetzel, Leiter des Wettbewerbs. Am Sonntag werden im Tempodrom die Sieger prämiert.Peter Franke hat das "alex"-Startkapital genutzt, um den Jugendlichen der Carl-von-Ossietzki-Oberschule aus dem Kreuzberger Problemkiez am Kottbusser Tor ein kostenloses Training in einem Spandauer Boxclub zu ermöglichen. Doch mit dem Ende des Wettbewerbs läuft auch die Finanzierung aus. "Wir brauchen jetzt einen Sponsor, sonst müssen wir das Projekt aufgeben", sagt Peter Franke.Mahmout hat begeistert mitgemacht. Der 15-Jährige wollte mal "was anderes ausprobieren als Fußball". Das vier- bis fünfstündige Boxtraining findet er sehr anstrengend. "Aber es macht Spaß", sagt Mahmout. Für Peter Franke war etwas anderes noch wichtiger. "Die Jugendlichen sind für eine Zeit lang weg von der Straße. Und sie lernen für die Straße. In Krisensituationen reagieren sie besonnen, weil sie Selbstbewusstsein erlernt haben."Lob kommt auch vom Schulleiter der Carl-von-Ossietzky-Oberschule. "Kampfsportarten sind ,in , gerade auch bei türkischen Jugendlichen. Wenn das mit einem sozialen Ansatz gefördert wird, ist das eine vernünftige Freizeitgestaltung", sagt Gerhard Rähme.