Das Kino "Vorwärts" am S-Bahnhof Karlshorst verschwindet: Seit Ende vergangener Woche sind Bagger dabei, das Haus an der Treskowallee abzutragen. Bis Ende Februar soll das seit Jahren leer stehende Kino vollständig abgerissen sein, teilte die Projektmanagement GmbH der Treuhandliegenschaftsgesellschaft mit, die die Arbeiten koordiniert. Auf dem Kinoareal wird dann eine Grünfläche angelegt. Kino öffnete 1930 "Wir wollen, dass das heruntergekommene Gebäude so schnell wie möglich verschwindet", sagt Alex Eidner. Er ist stellvertretender Geschäftsführer der Trabergestüte und Trabrennbahn GmbH (TTB), die das 2 700 Quadratmeter große Grundstück im Oktober vergangenen Jahres vom Bund gekauft hatte. Die TTB glaubt, im Sinne vieler Karlshorster zu handeln, die sich immer wieder über das marode und mit Graffiti und Plakaten verschandelte Haus beschwert hatten. Das 1930 eröffnete Filmtheater musste bereits 1987 wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Versuche nach der Wende, einen Investor und neuen Kinobetreiber zu finden, scheiterten. Zwischenzeitlich hatten sich in dem Kinogebäude ein Reisebüro, eine Steuerberatungsfirma sowie ein Café eingemietet. Aber auch sie haben inzwischen aufgegeben. Mittelfristig will die TTB das Kinogrundstück natürlich bebauen. Geplant ist dort ein Einkaufszentrum, das sich in die Wohnanlage "Traberpark Karlshorst" einpassen soll. Südlich der S- und Fernbahngleise sollen auf einem 30 Hektar großen Teilstück der Trabrennbahn rund 400 Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern entstehen. Eidner hofft, dass das Projekt in den nächsten fünf Jahren realisiert werden kann. Noch in diesem Jahr sollen erste Ställe entlang der Bahntrasse abgerissen werden. "Wir sind jetzt auf der Suche nach einem Investor", sagt der TTB-Vizechef. Der "Traberpark" soll nicht nur eine attraktive Wohnanlage werden, sondern auch die Zukunft der Karlshorster Trabrennbahn sichern. Vorgesehen ist, die Einnahmen aus Vermietung und Wohnungsverkäufen für die Sanierung und den Erhalt der defizitären Anlage einzusetzen. Eine spezielle Klientel für den Wohnpark hat Eidner bereits im Blick: "Leute, die sich für den Trabrenn- und Pferdesport begeistern können." Deshalb solle dort auch eine Reitschule aufgebaut werden.BERLINER ZEITUNG/WULF OLM Bagger tragen das Kino "Vorwärts" am S-Bahnhof Karlshorst ab. 1930 war das Fimtheater eröffnet worden, seit 1987 ist es wegen Baufälligkeit geschlossen.