Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg hat das Pfarrer-Ehepaar Krum vom Dienst beurlaubt. Wie das Konsistorium am Wochenende mitteilte, stehen beide im Verdacht, "in langjährigen konspirativen Gesprächen mit einem Staatsvertreter der DDR über kirchliche Vorgänge die gebotene Amtsverschwiegenheit verletzt zu haben". Das Konsistorjuin hat in Abstimmung mit Bischof Martin Kruse und dem reformierten Moderator Rolf Wischnath auch entschieden, disziplinarische Ermittlungen einzuleiten.Horsta Krum ist Pfarrerin der Französischen Kirche zu Berlin, Ulrich Krum Pfarrer einer Kirchengemeinde in Neukölin. Horsta Krum gehörte von 1979 bis 1990 der Kirchenleitung der ehemaligen West-Region der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg an und engagierte sich in der Friedensbewegung. Beide sollen nach Angaben der Kirchenleitung mit einem hochrangigen Mitarbeiter des Rates des Bezirks Potsdam regeimaßig Gespräche geführt haben. Dieser wiederum arbeitete auch für die Stasi. Den Unterlagen zufolge wurden dem Mann bei den Gesprächen vertrauliche kirchliche Informationen und Materialien darunter über Personen zugänglich gemacht.Die Kirche beruft sich auf Unterlagen der Bezirksverwaltung Potsdam des DDR-Geheimdienstes. Aus diesen Unterlagen soll hervorgehen, daß der DDR-Funktionär sein Wissen weitergab. Bereits im vergangenen Jahr waren die Stasi-Kontakte von Horsta Krum bekanntgeworden. Auf der Synode der evangelischen Kirche vom November 1993 hieß es, daß von 2 906 überprüften Kirchenangestellten "acht mehr oder weniger ausgeprägte Stasi-Verstrickungen" hatten. cb