CHARLOTTENBURG. Die Stiftung Denkmalschutz, die seit dem Jahr 2005 das Charlottenburger Tor saniert, kann das Bauwerk in den nächsten 15 Jahren kostenlos nutzen. Der Pachtvertrag wird heute unterzeichnet. Die Stiftung will unter anderem in einem unterirdischen Raum eine Ausstellung über die Geschichte des Bauwerks zeigen, das 1905-1909 als Pendant zum Brandenburger Tor errichtet wurde.1,8 Millionen Euro brachte die Stiftung für die Sanierung auf. Das Geld wurde mit einem riesigen Werbeplakat der Elektronikfirma Samsung verdient, das das Bauwerk während der Arbeiten verhüllt. Eigentlich sollte die Plane zum Jahresende fallen, doch sie bleibt bis Ende Februar am Tor. Die Arbeiten verzögerten sich, weil an den Platten über den Durchgängen rostige Anker entdeckt wurden. "Die sanieren wir jetzt auch noch, quasi als Zugabe", sagt Stiftungs-Geschäftsführer Helmut Engel. Eine weitere Verzögerung entstand, weil auf Wunsch des Bezirks 71 schadhafte Tuffsteinsegmente durch originalgetreue Kopien ersetzt werden.Im Frühsommer soll das sanierte Tor offiziell übergeben werden, sagt Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU). "Wir werden ein großes Fest veranstalten." Vielleicht klappe es ja zum 5. April, dem 302. Gründungstag von Charlottenburg. Dann würden auch die neuen Lampen angeschaltet. "Die Beleuchtung vor der Sanierung war recht dürftig", sagt Gröhler. Mit einer besseren Illumination wolle man das 22 Meter hohe Tor in seiner neuen Pracht zeigen: In den nächsten Wochen würde ein Beleuchtungsgutachten erstellt. Danach werde entschieden, welche Lampen verwendet werden. "Die bezahlt auch die Stiftung", sagt Gröhler.Und nicht nur das. Sie wird auch die beiden 22 Meter hohen Kandelaber mit jeweils acht Bogenlampen, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, wieder herstellen. Die historischen Leuchter werden am Original-Standort einige Meter hinter dem Tor Richtung Ernst-Reuter-Platz aufgebaut. Auf der Brücke sollen gleichzeitig die von Hitlers Architekt Albert Speer entworfenen Lampen entfernt werden. Auch das Brückengeländer wird saniert. Zudem wird im Zuge der Arbeiten an der Straße des 17. Juni die Straße im Torbereich wieder hergestellt, der Brückenweg soll ähnlich wie am Pariser Platz mosaikartig gepflastert werden. Für die Wiederherstellung der Kandelaber setzt Engel einen Zeitraum von 36 Monaten an. Er erklärt dies mit der kleinteiligen Handwerksarbeit. "Es soll ja alles historisch getreu sein."