Klimaveränderungen wirken auf Berlin-Brandenburg: Wassermangel und Versteppung befürchtet

Die weltweiten Klimaveränderungen lassen sich auch in der Region Berlin-Brandenburg nachweisen. Ein neues Gutachten des Potsdamer Umweltministeriums warnt vor Engpässen bei der Wasserversorgung und einer Versteppung des Landes.In der von Umweltminister Matthias Platzeck (SPD) gestern vorgestellten Pilotstudie wird davon ausgegangen, daß die mittlere Jahrestemperatur in der Region bis zum Jahr 2050 um mindestens 1,5 Grad ansteigen wird. Zu Grunde gelegt wird die erwartete weitere Zunahme von Treibhausgasemissionen, insbesondere Kohlendioxid (CO2). Die acht heißesten Jahre seit Aufzeichnung der Wetterdaten 1932 seien in dem Zeitraum von 1980 bis heute zu verzeichnen, erklärte Platzeck. Gravierende Folgen drohen nach den Untersuchungen des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung vor allem durch den Rückgang der Niederschläge. Schon jetzt gehöre die Region mit durchschnittlich 500 bis 800 Millimetern im Jahr zu den niederschlagsärmsten in Deutschland. Die bis zum Jahr 2050 prognostizierte Abnahme um 200 Millimeter, vor allem im Sommer, lasse Auswirkungen auf die Wasserversorgung, die Forst- und Landwirtschaft aber auch auf die Wasserqualität und empfindliche Ökosysteme befürchten. Die Klimaforscher erwarten noch heißere Sommer und mehr Stürme.Mit dem 80 000 Mark teuren Gutachten wurden laut Platzeck erstmals regionale Auswirkungen der Klimaveränderung untersucht. Er hoffe auf Unterstützung anderer Ministerien und des Parlamentes, um auf diesem Gebiet weiter zu forschen.Manfred Stock vom Potsdamer Institut betonte, daß trotz der "kritischen Entwicklung" derzeit noch die Möglichkeit bestehe, Auswirkungen der Klimaveränderungen zu mildern. So müßten die Untersuchungsergebnisse bei dem geplanten Umbau der Forstwirtschaft berücksichtigt werden. Eine weitere Chance zum Gegensteuern sieht der Umweltminister in einem Energiespargesetz und einem veränderten Umgang mit dem Abwasser. "Wir werden den Trend nicht umkehren können", sagte Platzeck. "Aber wir können Vorsorge treffen." +++