Knarrende Dielen - ein ernster Störfaktor?

Frau Kunze, Friedrichshain: Wegen knarrender Fußböden würde ich gern die Miete mindern. Mein Nachbar hört diese Geräusche auch und fühlt sich dadurch gestört. Der Vermieter allerdings meint, das Knarren sei im Altbau normal und deshalb scheide eine Mietminderung aus. Wie ist die Rechtslage?Frank Maciejewski: Vereinzelte Geräusche dieser Art in Altbauwohnungen müssen von den Mietern als üblich hingenommen werden. In Ausnahmefällen kann jedoch das Knarren der Dielen des Holzfußbodens einen Mangel darstellen, der zur Mietminderung berechtigt. Dies gilt jedenfalls dann, wenn die Geräuschentwicklung beim Begehen des Fußbodens derart laut ist, daß sie sogar in der Nachbarwohnung deutlich wahrzunehmen ist und zur Störung der Nachtruhe führt. Neben dem Anspruch auf Mietminderung besteht natürlich auch das Recht, vom Vermieter zu verlangen, diesen Mangel zu beseitigen. In einem Fall, der dem Ihren in etwa gleichkommt, hat das Amtsgericht Neukölln immerhin das "Knarren" für einen erheblichen Mangel gehalten (Az.: - 8 C 385/91 -). Herr B., Tempelhof: Unser Vermieter begründete die erste Mieterhöhung nach langer Zeit mit einem Gutachten. Aber darf er die Kosten hierfür auch auf uns Mieter abwälzen?Die Kosten dieses sogenannten vorprozessualen Sachverständigengutachtens (zwischen 1 000 und 3 000 Mark) für eine Mieterhöhung nach § 2 des Miethöhegesetzes können nicht auf die Mieter umgelegt werden. Wenn Ihr Vermieter die hohen Kosten eines Gutachtens scheut, könnte er auf Vergleichswohnungen zurückgreifen. Das müßten Sie als Begründung auch akzeptieren. Der Vermieter muß selbst dann die Kosten für ein solches Gutachten tragen, wenn er später den Prozeß gewinnt. Anders verhält es sich, wenn das Gericht ein Gutachten in Auftrag gibt. Dann zählen die Aufwendungen dafür zu den Gerichtskosten.Frau Bohn, Weißensee: In unserem Haus wohnen einige Großfamilien, die natürlich mehr Wasser verbrauchen als ich als alleinstehende Mieterin. Trotzdem wird der Wasserverbrauch bei der Betriebskostenabrechnung immer noch nach Wohnfläche ermittelt. Das ärgert mich schon einige Zeit. Habe ich einen Anspruch auf eine eigene Wasseruhr, und welche Kosten könnten dann auf mich zukommen?Anders als bei den Heizkosten und beim Warmwasser gibt es noch keinen Zwang zu die- ser verbrauchsabhängigen Abrechnung. Seit dem 1. September 1993 hat der Vermieter aber das Recht, auch das Kaltwasser mittels Wasseruhren abzurechnen. Daraus erwächst ihm allerdings keine Verpflichtung. Hat der Vermieter überall im Hause Wasseruhren einbauen lassen, darf er ab der nächsten Abrechnungsperiode vom Verteilerschlüssel nach Wohnfläche abrücken und verbrauchsabhängig abrechnen. Die Kosten für den Einbau der Wasseruhren tragen nach § 3 des Miethöhegesetzes die Mieter. Elf Prozent der Einbaukosten dürfen auf die Jahresmiete aufgeschlagen werden. Die Kosten für Wartung, Eichung und Rechnungsstellung liegen monatlich zwischen drei und acht Mark, sie können über die Betriebskosten auch auf die Miete umgelegt werden. Mehr Gerechtigkeit hat auch ihren Preis.