Bonn/Berlin. fs Die Kosten für das neue Berliner Kanzleramt bleiben unter 400 Millionen Mark. Am Mittwoch legt Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) dem Haushaltsausschuß die neuen Berechnungen vor, so daß bereits Mitte nächsten Jahres mit dem Bau begonnen werden kann.In schwierigen Verhandlungen mit den Architekten des Projektes gelang es dem Bundeskanzleramt, die Kosten für den Neubau im Berliner Spreebogen auf unter 400 Millionen Mark zu drücken. Sie waren in Zwischenkalkulationen zeitweise auf über 600 Millionen Mark gestiegen. Dazu wurde die gesamte Planung auf Sparmöglichkeiten hin durchforstet. Laut einem der Berliner Zeitung vorliegenden internen Vermerk des Kanzleramtes wurde eine "Komprimierung des gesamten Baukörpers" erreicht. Ein ganzes Geschoß wurde gestrichen. Eine "Überarbeitung des Raumprogramms" führte dazu, daß die Fläche der einzelnen Büroräume für die Bediensteten im zukünftigen Kanzleramt geringer ausgelegt ist als in Bonn. Auch der Raum für Treppen und Flure wurde reduziert. Erhebliche Einsparungen wurden dadurch erreicht, daß nur noch für 20 Prozent der Mitarbeiter unterirdische PKW-Einstellplätze gebaut werden. Diese Kürzung wird damit begründet, daß Berlin über beispielhafte Nahverkehrsverbindungen verfüge. Das Kanzleramt setzt so auch einen Richtwert für die anderen Ministerien. Damit könnten die Umzugskosten insgesamt gesenkt werden.Kohl hat den Haushaltsausschuß für Mittwoch ins Kanzleramt eingeladen, um dort gemeinsam mit dem Architekten Axel Schultes den neuen Planungsstand vorzutragen. Auch wenn das nicht notwendig ist, wünscht der Kanzler eine ausdrückliche Entscheidung des Ausschusses. Obwohl die Kosten von ursprünglich 280 Millionen Mark über 330 Millionen nun auf 400 Millionen Mark angestiegen sind, wird kein ernster Widerspruch erwartet. Denn auch nach Ansicht von Bau- und Haushaltsexperten der Opposition ist diese Kalkulation angemessen. Hier gehe es nicht um persönliche Wünsche von Helmut Kohl, sondern um das Bundeskanzleramt der Bundesrepublik Deutschland, heißt es. Das vom Bundestag beschlossene 20-Milliarden-Umzugs-Programm wird damit eingehalten. Nach dem Gespräch beim Kanzler werden in der "Haushaltsunterlage Bau" die genauen Kosten-Planungen erarbeitet. Auch wenn sich niemand öffentlich darauf festlegen will, besteht nach wie vor die Hoffnung, das Kanzleramt doch noch im Jahre 1999 fertigzustellen. +++