Ein plötzlicher Motorschaden bei einem fast neuen Auto - das trifft manchen Autofahrer wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Häufig ist das Motoröl die Ursache. Durch Kurzstreckenfahrten wird es so sehr mit Benzin verdünnt, dass die beweglichen Bauteile des Triebwerks nicht mehr richtig geschmiert werden. Ein Teil des Kraftstoffs, erklärt Shell-Experte Helmut Leonhardt, schlägt sich im kalten Motor wie ein Film an den Wänden der Ansaugrohre, an den Ventilen und an den Zylinderwänden nieder. Der Sprit verbrennt aber nicht vollständig: Etwas gerät an den Kolbenringen vorbei ins Öl und verdünnt es. Bei einer längeren Autofahrt ist dies nicht tragisch, da das Öl sich auf über 90 Grad erwärmt und das Benzin langsam verdampft. Wird das Auto jedoch fast ausschließlich für kurze Strecken genutzt, erreicht der Motor selten seine Betriebstemperatur. Das Öl bleibt kühl, das eingesickerte Benzin kann nicht verdampfen. Ist der Motor dann gefordert, kann sich die mangelnde Viskosität des Öls bemerkbar machen: Der Schmierfilm reißt, Motorteile sind nicht mehr ausreichend geschützt, reiben aneinander und verschleißen bis hin zum Motorschaden: dem "Kolbenfresser". Tipp: Wer viel Kurzstrecke fährt, sollte daher regelmäßig den Ölstand kontrollieren und gegebenenfalls etwas nachfüllen. (mid)