Als vor hundert Jahren der Wandervogel Blüher notierte, dass jedem Manne ein „dunkler Verbündungsdrang“ innewohne, dass ein Männereros „im tiefsten Untergrunde des menschlichen Staatstumes rauscht“, da war manch einer empört über diese „Verschweinerung unseres Geisteslebens“. Aber es war gut beobachtet. Auch wenn dieser Blüher ansonsten viel schlimmes Zeugs verzapft hat.

Als ich sehr viel später geboren wurde, war längst klar, dass bald Schluss sein muss mit der Männerbündelei. Dass sie ein anachronistischer, prähistorisch anmutender Uga-Uga-Blödsinn ist. Es lag in der Luft. Ich wusste es schon in der Grundschule. Wenn ich jenen fürchterlichen – und von mir sehr gefürchteten – Knaben in die Augen sah, die meinten, ihre Stellung in der sozialen Hackordnung durch gemeine Gewaltakte festigen zu müssen. Auf der Stirn jedes vermeintlich großen Mannes liest mein geübter Blick seither in großen Lettern: „Auslaufmodell“.

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