Bis vor Kurzem war es einfach, sich von seinem unbekannten Gegenüber in der Bahn ein grobes Bild zu machen, wenn er Zeitung las. War es die, hinter der immer ein kluger Kopf stecken soll, oder jene, die angeblich Meinung bildet; hatte sie ein buntes Cover oder einen blauen Schriftzug, war sie regional oder international, liberal, links oder konservativ? Es ließ sich zumindest auf den ersten Blick feststellen, ob man mit dem Unbekannten die Vorliebe für ein Blatt teilt oder nicht. Mehr aber auch nicht.

Heute lesen Leute in den sozialen Netzwerken und posten parallel ihre eigenen Gedanken dazu – spontan, halbfertig oder auch mal wohlüberlegt. Seitdem erfahren wir oft, was die Leser denken, selbst wenn sie uns nicht gegenübersitzen. Wer diese Welt betritt, wird augenblicklich zum Gedankenleser. Informationen und Gruppen, die sich einem im realen Leben nie erschlossen hätten, drängen sich in den sozialen Netzwerken auf. Kaffeehaus, Marktplatz und Schulhof der Internetgeneration sind Jappy, Ask.fm, Xing oder Facebook.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.