Von den 60.000 Juden Wilnas tauchten nach dem Rückzug der Wehrmacht im Sommer 1944 einige Hundert wieder auf. Sie eröffneten eine Volksschule, ein Museum und feierten von 1944 bis 1946 ihre Gottesdienste in der stark beschädigten, etwas hergerichteten und reparablen Großen Synagoge. Dann wurde sie auf Anordnung der Stadtverwaltung abgerissen, die Brache als Parkplatz und 1964 als Baugrund für einen Kindergarten genutzt. Die Fundamente mussten nicht „entdeckt“ werden! 1949 wurden die jüdische Volksschule und das Museum zwangsweise geschlossen, die Exponate verschwanden, „viele jüdische Bücher wurden als Altpapier in die Papierfabriken gebracht“, wie Solomon Atamuk bezeugte. Die Begründung lautete: „Jüdisches braucht man nicht, das ist keine Nationalität, das ist nichts!“

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