Die vielen Flüchtlinge, die derzeit auch in Berlin eintreffen, geben Anlass, an eine besondere Institution zu erinnern: den Auswandersaal im Schlesischen Bahnhof von Berlin, dort bis 1933 betrieben vom Hilfsverein der Deutschen Juden. Seit 1901 hatte der von Paul Nathan gegründete Hilfsverein rund 200.000 osteuropäische Juden unterstützt, die vor Armut, antisemitischer Willkür und Pogromen flohen, um sich in Hamburg, Bremerhaven, Rotterdam oder Antwerpen nach Übersee einzuschiffen, zumeist in das Traumland USA. Arm und abgerissen, oft hungrig und krank strandeten sie nach tagelanger Zugfahrt im Schlesischen Bahnhof, dem heutigen Ostbahnhof, der in seiner Geschichte ferner die Namen Frankfurter Bahnhof und Hauptbahnhof trug.

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