Jeder hat seine eigene Hitparade des Grauens: Geländewagenfahrer, Tierschützer, Dschungelcamper, Nordkoreaner. Wer ist am schlimmsten? Seit zwei Wochen weiß das vereinte Deutschland es wieder: Diese rotzfrechen Griechen, die – gegen den Rat der Bild-Zeitung – ihre Inseln noch immer nicht verkauft haben. Und die sich jetzt, da das Elend explodiert, ihre Wirtschaft nach Jahren des Lohndrückens, Streichens und Verscherbelns noch viel kaputter ist als zu Beginn der Krise, einfach eine neue Regierung gewählt haben, die sagt: So kann es nicht weitergehen.

Na, denen werden wir es jetzt mal zeigen. „Geisterfahrer“, knallt der Spiegel auf den Kopf des neuen Premiers Tsipras. „Keine Gnade mit den Griechen!“, brüllt Bild und meldet: „Griechen-Chef lächelt sich durch halb Europa“. „Schmeißt Draghi jetzt die Griechen raus?“, frohlockt der Focus. „Wohin führt die Griechen-Wut?“, fragt Jauch, während sich der Kommentator des Deutschlandfunks über die „Betteltour“ der neuen Regenten echauffiert und hofft, dass es bald gelingt, sie „zur Räson zu bringen.“

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