Sätze können sehr verschieden klingen; es kommt immer auf die Perspektive an. Der Jubel über die Rede des gerade verstorbenen Richard von Weizsäcker, als er vor 30 Jahren sagte, Deutschland sei vom Nationalsozialismus befreit worden, wirkte auf einige verstörend. „Ja, was denn sonst?“, fragten sich vor allem die Überlebenden des Terrors. Ihnen jedoch Weizsäckers Mut und Größe zu erklären, das Selbstverständliche auszusprechen, haftet bis heute etwas Zynisches an. Weizsäckers Rede kam spät, war aber richtig. Bedrückend bleibt, dass sie zum Anfang des deutschen Sündenstolzes wurde, der sich zwar zu den Verbrechen bekennt, daraus jedoch Selbstgefälligkeit ableitet.

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