Neulich erklärte der Regierende Bürgermeister, es werde immer häufiger versucht, mit Volksbegehren „die parlamentarische Demokratie auszuhebeln“. Michael Müller hat vollkommen recht. Zu oft gehorchen Berliner Plebiszite dem Gruppenegoismus. Sie benachteiligen die Leisen gegenüber den Lauten und schon Privilegierten. Schaut man in das Internetportal der BIG (Berliner Initiativ-Gemeinschaft), dann landet man im neubürgerlichen Milieu der Besitzstandswahrer. Dort propagieren diejenigen, die zum Beispiel angenehmst am Mauerpark wohnen und deshalb Neubauten zu verhindern trachten, mit schalem Witz die „GeiselNahme“ von Andreas Geisel, seines Zeichens Senator für Stadtentwicklung – nicht für eigennützigen Stillstand. Die Seite http://www.leute-am-teute.de/ führt zum Teutoburger Platz am Pfefferberg. Die „Leute am Teute“, anderswo Gentrifizierer genannt, kümmern sich um „volle Windeln und freche Krähen“, haben dem Bezirksamt einen Müllcontainer abgebettelt, den sie „Liselotte“ tauften, und finden es schick, gegen weitere Luxuswohnungen nahe ihrem so bescheidenen „Teute-Quartier“ mobil zu machen.

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