Ein kleines Stück Rasen zwischen zwei Straßen, darauf haben viele Hellersdorfer Stunden verbracht, Tage, Wochen – den ganzen Sommer. Dort stand die Mahnwache, die das Flüchtlingsheim vor Angriffen des rassistischen Mobs schützen sollte. Vom Gras auf diesem Fleckchen Hellersdorfer Erde war hinterher nicht mehr viel übrig. Junge Leute, Anwohner und Berliner aus anderen Bezirken, hatten hier ein kleines Lager errichtet, von dem aus sie Tag und Nacht das Heim im Auge behalten konnten und Pöbler vertrieben, wenn die sich ein weiteres Mal zusammenrotteten, um die Flüchtlinge zu beschimpfen. Nun sind alle abgezogen: die Polizei, die Mahnwache, der Mob und die Journalisten, deren Berichte die Hellersdorfer Zustände in die Welt hinausgetragen haben. Ruhe ist nun das Lieblingswort der Hellersdorfer. Sogar das Gras konnte nachwachsen.

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