Angesichts der russischen Annexion der Krim und der Kriegstreiberei in der Ostukraine fällt es nicht leicht, die Winkelzüge Putins zumindest zu erklären. Sein Machtgehabe verdeckt Schwäche. Deshalb ist es in Russland ungemein populär. Der auftrumpfende, im Grunde haltlose Neonationalismus entspricht dem Unvermögen, die Gesellschaft und Wirtschaft des Landes zu modernisieren, den Bürgern – jenseits einiger funkelnder Stadtzentren – eine lebenswerte Zukunft zu eröffnen, die Besten des Landes zum Bleiben statt zum Gehen zu bewegen. Folglich musste es für die politischen Repräsentanten Deutschlands sehr viel schwieriger sein als für gewöhnliche deutsche Bürger, sich am 70. Jahrestag des Kriegsendes angemessen zu verhalten. Das ist ihnen gelungen: den Abgeordneten des Bundestags, dem Bundespräsidenten und der Kanzlerin.

Merkel legte Kranz nieder

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