Richtig skandaltauglich war es schon damals nicht mehr, aber doch irgendwie leicht verrucht und anders. Männer schmusten mit Männern auf der Turtelwiese, im großen Zelt ging’s politischer zu. Schwule diskutierten, wie sie gegen Klappenrazzien, Berufsverbote und Zensur vorgehen könnten. Und abends saß meine Wohngemeinschaft im Konzert der Gruppe Brühwarm, am Mikrofon der vibrierende Corny Littmann.

Homolulu, das große Schwulenhappening im Juli 1979 in Frankfurt am Main, war fröhlich, bunt und Teil einer äußerst folgenreichen Emanzipationsbewegung, die Deutschland toleranter, demokratischer und wärmer gemacht hat. Ohne diesen Tanz auf dem Vulkan wären ein schwuler Außenminister, ein schwuler Regierender Bürgermeister von Berlin oder der Beschluss des Kabinetts zur Gleichstellung der Homo-Ehe im Steuerrecht überhaupt nicht vorstellbar.

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