Haben Sie schon mal von der Generation Y gehört? Dahinter verbirgt sich die neueste Volte des munteren Generationen-Potpourries. Nach Generation Golf, X und anderen. Und folgt darauf bald die „last Generation Z“? Die Antwort wird wohl das Geheimnis der Soziologen bleiben. Die sind verantwortlich dafür, dass die heute 20- bis 30-Jährigen mit dem Label „Gen Y“ rumlaufen müssen. Und als ob das nicht schon Strafe genug wäre, werden die Y-ler auch noch ständig befragt und beforscht. Gerade frisch im Auftrag der Konrad Adenauer-Stiftung.

Zweifellos wollen nicht nur Unternehmen, sondern auch politische Parteien wissen, was da so heranwächst in Deutschland, und womit wir in Zukunft zu rechnen haben. Junge Menschen leben in ihrem eigenen Kosmos und tun alles, um sich von den Älteren abzusetzen. Sie unterscheiden sich durch das, was sie tragen und hören, wie sie kommunizieren und freie Zeit verbringen. Durch ihre Werte, Wünsche, Pläne und Zukunftsentwürfe. Wer sich die Welt erobern will, muss schließlich eigene Duftmarken setzen. Ach wirklich?

Die Studie der Adenauer-Stiftung hat etwas anderes herausgefunden. Wahrscheinlich zum Entzücken aller Konservativen. Denn die Generation Y und ihre jugendlichen Geschwister gebärden sich quasi als Mini-Erwachsene. Sie kommen daher wie Klone der vorangegangenen Altersgruppen und passen sich hervorragend in die übrige Bevölkerung ein.

Im Ranking der Jungen stehen traditionelle Sekundärtugenden wie Respekt, Ordnung und Leistung ganz oben. Ebenso Sicherheit, Heimat und Stabilität. All diese Begriffe finden 90-95 Prozent der Befragten richtig gut. Zusammenhalt, Mitgefühl und Vertrauen allerdings auch. Und damit zeigen die unter Dreißigjährigen eine überaus freundliche Übereinstimmung mit dem, was die älteren Semester denken und schätzen. Trotz der unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Einflüsse, denen sie beim Heranwachsen ausgesetzt waren. Selbst die sich hektisch verändernden Lebenswelten gehen inzwischen allen Generationen fast gleichermaßen auf den Keks. Erstaunlich, aber offenbar wahr: Die Sehnsucht der Jungen ist die Sehnsucht der Alten. Berechenbar und abgesichert soll das Leben laufen. Keine Experimente. Dafür Wohlstand!

Nun gibt es bestimmt ein paar Oberschlaue, die daraus den einen Schluss ziehen: Von dieser eingenordeten Generation ist nichts zu befürchten! Keine tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung, kein Aufbegehren, schon gar keine Revolte. Wenn das mal kein Irrtum ist.

Denn tatsächlich unterscheiden sich die Vertreter der „Gen Y“ eben doch beträchtlich von ihren Eltern: Sie sind verdammt anspruchsvoll. Sie haben den demografischen Faktor auf ihrer Seite. Sie sind es von Haus aus gewohnt, mitzureden und mitzuentscheiden. Sie wollen alles haben und das möglichst sofort: Beruf, Karriere, Familie, Freunde, Freizeit. Und von allem darf’s auch ein bisschen mehr sein. Wer mit einem bunten Weihnachtsteller voller Möglichkeiten aufwächst, will sie schließlich auch nutzen.

Politik und Unternehmen werden sich höllisch schwertun, diese Generation zufriedenzustellen. Ihr Pech, sollten sie es nicht schaffen. Denn Unzufriedenheit ist wie ein leiser Motor, der ständig läuft. Irgendwann überhitzt er.