Wladimir Wladimirovich Putin ist so „links“ wie meine rechte Socke. Wir wissen, wie er Propaganda macht, wie er Widersacher kaltstellt, wie er im „nahen Ausland“ agiert. (Ich rate zu einer Sommerfrische in Abchasien, Südossetien, Transnistrien, Nagorny Karabach.) Wir kennen seine nackte Brust, seinen schwarzen Gurt, seine Pipeline-Power, seine kulturellen Referenzen an Zaren und Sowjetführer, sein Hantieren mit Angst und Stolz, Nationalismus und Gewalt. Beim ersten Fernsehauftritt verteilte der Präsident Jagdmesser an tschetschenische Soldaten. Nein, Putin ist nicht der einzige Machtpolitiker auf Mutter Erde. Und nicht das personifizierte Böse. Aber ein ziemlich starkes Stück.

Beeindruckender noch: die Galerie derer, die sein Gebaren derzeit mit nickendem Verständnis bis offener Begeisterung begleiten. Hier finden sich neben der orthodoxen Kirche, den Kosaken und Ramsan Kadyrow auch Aljaksandr Lukaschenka und die Linkspartei, der Machtpragmatiker Schmidt und der Männerfreund Schröder, Sahra Wagenknecht, Alice Schwarzer und Marine Le Pen, die Jusos, die AfD, die deutsche Wirtschaft und Österreichs FPÖ. Die Aufzählung ist mitnichten vollständig.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.