Leonhardt Krause (1780–1853) war der Sohn eines brandenburgischen Häuslers. Als junger Mann musste er 1805 erst als preußischer, dann als französischer Soldat in den Krieg ziehen. Seinen Enkeln hinterließ er den folgenden leicht gekürzten, um Satzzeichen ergänzten Lebensbericht, der hier erstmals veröffentlicht wird und den vielen einfachen Leuten eine Stimme gibt, die nicht im Geschichtsbuch stehen.

„Als ich 18 Jahr alt war, starb meine Mutter, was für uns Kinder auch ein harter Schlag wahr. Es wahren kaum zwei Jahre vergangen, da mußte ich Soldat werden im Jahr 1801. Anno 1805 Marschierten wier zu Felde. Wier Marschierten nach Sachsen und besetzten die Grenze, wo es aber zu keine Schlacht kam. Zum Frühjahr 1806 kamen wier wieder nach Hause, wier wahren kaum drei Wochen zu Hause, da wahren wier wieder eingezogen und Marschierten gegen Schweden und bezogen die Gegend bei Pasewalk herum. Da standen wier 4 Monatte, von da Marschierten wir ab, wohin aber wußten wier nicht, biß wir den Unglücklichen Tag erreichten, wo wier bei Jena mit den Franzosen am 14ten Oktober zusammen kamen. Wier verlohren und die Armee wurde gesprengt, und wier mußten Retterrieren.

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