Diese Absage kann Wilhelm Bender niemand verdenken, im Gegenteil: Dass der einstige Vorstandschef des Frankfurter Flughafens überhaupt als Berater für den Berlin-Brandenburger Flughafen BER zur Verfügung stehen wollte, ließ auf Leidensfähigkeit und Pflichtbewusstsein schließen. Wer möchte schon freiwillig mit dem Chaosprojekt in Schönefeld verbunden sein, noch dazu in leitender Funktion?

Engagement zerquatscht

Nun hat auch Bender die Nase voll – und er nennt gute Gründe dafür. Die drei Gesellschafter der Flughafengesellschaft haben sein Engagement zerquatscht, Absprachen nicht eingehalten und sich öffentlich zerstritten. Ihr zwei Monate altes Versprechen, künftig an einem Strang zu ziehen, ist nichts wert – die Konflikte über Details des Chefberater-Vertrags und über die Nachtflugregelung zeigen es. Bender blieb, um das Gesicht zu wahren, gar nichts anderes übrig, als dankend auf den Posten zu verzichten.

Die Hauptverantwortlichen für den Flughafen – Klaus Wowereit, Matthias Platzeck und Peter Ramsauer – haben endgültig bewiesen, dass sie es nicht können. Unter Transparenz verstehen sie offene Schlammschlacht, die Anarchie am Bau kümmert sie weniger als das eigene Gezänk, der angekündigte Neustart endet als Absturz. Einen fähigen Geschäftsführer zu finden, wird unter diesen Umständen fast unmöglich. Der Flughafen kann nicht pleitegehen, weil letztlich die Steuerzahler dafür aufkommen – der politische Bankrott aber ist besiegelt.