Im Auftrag der Regierung arbeiten etliche Beratergremien, Sachverständigenräte und Kommissionen. Vertreten sind dort in der Regel honorige Leute, die ihre Aufgabe ernst nehmen. Häufig haben sie jedoch ein Problem: Richtig wahrgenommen wird ihre Arbeit nicht. Einmal im Jahr dürfen sie der Kanzlerin oder einem Minister einen Bericht überreichen, der dann ins Archiv wandert. Fernsehen und Presse ist das in der Regel nicht einmal eine Meldung wert.

So gesehen hat die Expertenkommission Forschung und Innovation am Mittwoch einen riesigen Auftritt hingelegt. Die Berater erklärten mal eben die gesamte Ökostrom-Förderung in Deutschland für überflüssig und kommen damit medial ganz groß raus. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz bringe nichts in Sachen Klimaschutz, sondern mache ihn nur teurer. Und technologische Innovationen löse die Förderung auch nur bedingt aus, meint die Kommission.

Der Haken an der Sache ist nur, dass die Argumente nicht überzeugen. Der Ausbau der Erneuerbaren soll nicht zum Klimaschutz beitragen? Das Problem ist vielmehr, dass der Emissionshandel in Europa darniederliegt und die Politik nicht in der Lage ist, das zu ändern. Und Innovationen soll es in der Branche auch nicht geben? Kaum ein anderer Wirtschaftszweig hat sich in den vergangenen Jahren technologisch so rasant entwickelt. Wer das nicht sieht, ist entweder blind oder schlechten Willens.