Die Erdbeersaison ist bereits wieder vorbei. Und von ihr wird wenig mehr in Erinnerung bleiben als die Enttäuschung über dürftige Ware zu hohen Preisen. Generell wird für die Deutschen der Einkauf im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt zunehmend zur Belastungsprobe für die Nerven. Fast immer gilt, dass Obst und Gemüse schon wieder teurer geworden ist. Ähnliches kannten die Bundesbürger bisher nur von der Tankstelle.

Anders als beim Benzin gibt es bei Nahrungsmitteln allerdings wenig Anlass, sich über Abzocke durch übermächtige Konzerne Gedanken zu machen. Der Wettbewerb im Einzelhandel funktioniert. Den harten, nicht enden wollenden Winter haben hierzulande alle selbst miterlebt, ebenso den Dauerregen im Frühling. Wer nicht in ferne Kontinente verreist war, wird sich gut an die Hitzeperiode im Juli erinnern. Trotz aller Technik kann sich auch die industrialisiere Landwirtschaft nicht völlig freimachen vom Wechselspiel der Natur. Und sie hängt vom Auf und Ab der – globalisierten – Märkte ab. Die Nachfrage nach Lebensmitteln, gerade nach Produkten wie Fleisch, mit einem hohen Einsatz an Ressourcen, steigt.

Die meisten Deutschen können es sich leisten, mehr fürs Essen zu bezahlen. Im Schnitt wenden Privatleute nur gut ein Zehntel ihrer Gesamtausgaben für Nahrung auf. Nur für wenige ist daher die Teuerung der Lebensmittel eine echte Belastung.